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Kommentar zur Qualität der Arbeit

Gefährlicher Weg

Befristete Arbeitsverträge haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Heute haben 2,8 Millionen Arbeitnehmer ab 25 Jahren einen zeitlich befristeten Job. Vor zehn Jahren waren es 400 000 weniger.

07.09.2017
  • Dieter Keller

Berlin. In mehr als der Hälfte der Fälle hat der Vertrag eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Immerhin rund 9 Prozent aller Arbeitnehmer müssen zittern, weil ihnen eine Perspektive fehlt. Der Anteil hat sich seit 2006 nur deswegen nicht erhöht, weil gleichzeitig die Zahl der Beschäftigten ständig neue Rekorde erreicht hat.

Nur 6 Prozent haben sich bewusst für ein befristetes Beschäftigungsverhältnis entschieden, hat das Statistische Bundesamt herausgefunden. Viel mehr haben keine Dauerstelle gefunden, oder sie haben nur einen Probevertrag. Damit fehlt ihnen jede Perspektive für die berufliche und persönliche Lebensplanung. Und das mitten in einem langen Aufschwung.

Ein befristeter Job mag immer besser sein als gar keiner. Trotzdem müssen sich die Arbeitgeber fragen lassen, ob sie da nicht eine Beschäftigungsmöglichkeit zu häufig nutzen, die als Ausnahme gedacht ist und nicht als Regelfall. Da ist insbesondere der Staat gefragt, der etwa an den Hochschulen mit schlechtem Beispiel vorangeht. Wenn er genauso wie die Wirtschaft nicht auf die Bremse tritt, werden die Rufe lauter werden, dass der Gesetzgeber eingreifen muss.

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07.09.2017, 06:00 Uhr
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