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Geburtstagsfest im „Garten der Aphrodite“
Die Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek. Foto: dpa
Ruth Maria Kubitschek wird morgen 85 und feiert in ihrer Wahlheimat Schweiz am Bodensee

Geburtstagsfest im „Garten der Aphrodite“

Vor zwei Jahren zog sich Ruth Maria Kubitschek aus dem Film- und Fernsehgeschäft zurück. Jetzt verbringt sie die Tage mit Malen,Schreiben, Gärtnern.

01.08.2016
  • THOMAS BURMEISTER, DPA

Salenstein. Als Ruth Maria Kubitschek 80 wurde, war für eine Party keine Zeit. Drehtermine, Lesungen, Ausstellungen – der Terminkalender der Grande Dame des deutschen Fernsehfilms war übervoll. Inzwischen ist ihr Leben ruhiger geworden. Morgen wird das „Spatzl“ aus der Kultserie „Monaco Franze“ 85.

„Und diesmal wird mit der Familie wirklich gefeiert, darauf freue ich mich sehr“, sagt sie. Ort des Festes ist Kubitscheks Anwesen samt „Garten der Aphrodite“ in Salenstein auf der Schweizer Seite des Bodensees. Einer der schönsten Flecken Europas. Für die Schauspielerin, Buchautorin und Malerin aber auch ein Ort stiller Trauerarbeit: „Ich versuche immer noch, mich von dem Verlust von Wolfgang Rademann zu erholen“, sagt sie. Ihr Lebensgefährte, Schöpfer von Erfolgsserien wie „Das Traumschiff“ und „Die Schwarzwaldklinik“, war im Januar mit 81 Jahren gestorben. „Das schiebt man nicht in ein paar Monaten weg.“

2014 kehrte Kubitschek dem Film- und Fernsehgeschäft den Rücken und zog den Schlussstrich unter eine der aufregendsten Filmkarrieren Deutschlands. Hat sie das je bereut? Am Anfang sei ihr der Rückzug von einem Leben mit eiserner Termin- und Studiodisziplin durchaus manchmal schwer gefallen, berichtet Kubitschek am Telefon. Aber heute sei sie froh, alles mit großer Gelassenheit angehen und „mit Publikumsaugen“ Fernsehfilme verfolgen zu können. Jegliches Konkurrenzdenken sei verflogen. „Ich freue mich, wenn eine gut ist. Ich schaue mir die Abendkleider an und wie sie alle über den roten Teppich rutschen – und ich muss das nicht mehr, das ist wunderbar.“

Das ist freilich die Souveränität einer großen Künstlerin, die Deutschlands TV-Publikum über viele Jahre begeistert hat. Besonders als „Spatzl“ ist sie bis heute berühmt. Wie Kubitschek 1983 in der ARD-Serie „Monaco Franze – Der ewige Stenz“ (Regie: Helmut Dietl) ihrem umtriebigen Film-Ehemann Helmut Fischer immer wieder alle Eskapaden verzieh, wenn der seinen treuherzigen Dackelblick auflegte, war einfach Spitze. Darüber hinaus hatte sie 1985 erheblichen Anteil am Erfolg der Serie „Kir Royal“, man sah sie im „Traumschiff“, im „Tatort“, in „Das Erbe der Guldenburgs“ und in zahlreichen Kinofilmen. Immer wieder spielte sie auch Theater, wenngleich sie die Arbeit vor der Kamera bevorzugte.

Geboren wurde sie 1931 in Komotau (heute Tschechien) am Rande des Erzgebirges. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges floh die Familie aus dem „Protektorat Böhmen und Mähren“ gen Norden, in Sachsen-Anhalt bekam sie einen Neubauernhof.

Ihren Bühnenwunsch musste Ruth Maria gegen den Willen der Eltern durchsetzen. Nach dem Besuch von Schauspielschulen in Halle und Weimar gab sie ihr Debüt als Fina in Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ in Halle. Innerhalb weniger Jahre wurde sie zu einem Star des DDR-Fernsehens und des DEFA-Films.

1959 ging sie mit dem Sohn in den Westen. Ihr Mann, der Opern- und Theaterregisseur Götz Friedrich, blieb in der DDR, durfte aber auch im Westen inszenieren. Er starb am 12. Dezember 2000 in Berlin. Am Schlosstheater in Celle begann Kubitscheks zweite deutsche Karriere. Vor mehr als 20 Jahren zog sie schließlich in die Schweiz. 2013 wurde sie eingebürgert. „Da ich meinen Garten hier habe, habe ich ja auch ein Stück Schweizer Erde“, sagt sie. „Ich fühle mich hier wirklich zu Hause, ich ticke inzwischen auch wie die Schweizer.“

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01.08.2016, 06:00 Uhr
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