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Geburtshelfer des neuen Südafrika
Friedensnobelpreisträger Frederik Willem de Klerk wird heute 80. Foto: afp
Frederik Willem de Klerk wird 80

Geburtshelfer des neuen Südafrika

Vor einem Vierteljahrhundert beendete Südafrikas letzter weißer Präsident die Apartheid. Heute wird Frederik Willem de Klerk 80 Jahre alt.

18.03.2016
  • WOLFGANG DRECHSLER

Es gibt Momente in der Geschichte, die zum Symbol einer Ära werden. Die Rede, die in Südafrika die Apartheid beendete, gehört dazu. Chronisten datieren den Anfang vom Ende der Rassentrennung auf den 2. Februar 1990. An jenem Tag eröffnete Frederik Willem (FW) de Klerk, der letzte weiße Präsident, mit seiner ersten großen Ansprache das Parlament. De Klerk veränderte fast alles: Er verkündete die Zulassung der verbotenen (schwarzen) Opposition, die Freilassung aller politischen Gefangenen, darunter Nelson Mandela, und die Abschaffung der fast 50 Jahre zuvor eingeführten Rassentrennung.

Heute wird der Mann, der gemeinsam mit Nelson Mandela zum Geburtshelfer des neuen Südafrika wurde, in Kapstadt 80 Jahre alt. Unklar ist bis heute, weshalb de Klerk die Macht damals ohne zwingende Notwendigkeit aus der Hand gab. Denn militärisch hatte das weiße Regime klar die Oberhand. Für seine Bereitschaft, das Wohl der gemeinsamen Heimat über die Macht zu stellen, erhielt er mit Mandela 1993 den Friedensnobelpreis.

Der letzte weiße Präsident hat bis heute wenig über seinen tiefen inneren Zwiespalt und die Überwindung enthüllt, die seiner Entscheidung vorausgegangen sein müssen. Wer moralische Umkehr vermutet, dürfte enttäuscht sein. Schon von seinem Wesen her ist de Klerk dafür zu sehr ein kühler Analytiker: "Was wäre aus Südafrika geworden, wenn ich und meine Partei uns damals an die Macht geklammert hätten?"

Bereut hat er seine Rede bei aller Sorge und wohl auch Enttäuschung über den jüngsten Werdegang seines Landes nie. Dennoch verstören ihn viele Entwicklungen, allen voran die rassische Polarisierung. Immer wieder hat er wie Mandela davor gewarnt, den engstirnigen Nationalismus der Weißen nun durch einen ebenso aggressiven schwarzen Nationalismus zu ersetzen: "Südafrika muss alles versuchen, die zarte Pflanze seiner jungen Demokratie zu nähren - und dabei besonders darauf zu achten, dass diese in der Hitze des harten politischen Alltags in Afrika nicht gleich wieder verdorrt."

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18.03.2016, 08:30 Uhr
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