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Hobby

Gebaut wird, bis die Finger schmerzen

Der Stuttgarter Klub „Schwabenstein 2x4“ ist der erste gemeinnützige Lego-Verein in Deutschland.

16.02.2018

Von CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. Schaffa, schaffa, Häusle baua. Davon verstehen die Mitglieder des Vereins „Schwabenstein 2x4“ einiges. Doch während sich Andreas Reikowski eher zu futuristischen Städten im Raumstation-Look hingezogen fühlt, bevorzugt Francis Balfourier Burgen. So ist das eben, wenn man ein Lego-Architekt ist. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. „Es gibt nichts, was man mit Lego nicht bauen kann“, sagt Balfourier.

Seit 60 Jahren gibt es das Spielzeug aus Dänemark, bis heute ist die Fangemeinde groß. 2015 ist der Stuttgarter Klub mit 17 Anhängern gestartet, heute sind es 55 zwischen elf und 74 Jahren. Die Spanne reiche von Star-Wars-Bastlern über Eisenbahner bis hin zu reinen Figurensammlern. Das Besondere: „Wir sind der erste gemeinnützige Lego-Verein in Deutschland. In der Satzung ist die Förderung von Kunst und Kultur verankert“, sagt Reikowski, der stellvertretende Vorsitzende. Das Einzugsgebiet ist dementsprechend riesig, von Münster bis in die Schweiz. „Ich habe Leute wie mich gesucht“, sagt der Esslinger Balfourier und macht eine Scheibenwischerbewegung. „Es ist schon pathologisch“, schiebt er hinterher und grinst.

Die Liebe zu den Steinchen ist bei den Zweien in der Kindheit erwacht. „Es gibt keinen, der Lego mit 30 entdeckt“, sagt Balfourier (44). Heute haben beide extra Zimmer, in denen sie sich mit ihren ausladenden Aufbauten beschäftigen. Mehr noch: Reikowski (54) hat sogar eine eigene Wohnung. Obwohl er verheiratet ist, hat er seine kleine Bude in Stuttgart-Rohracker, wo er sich den abertausenden Plastikteilen widmen kann, die sauber in Boxen geordnet lagern. Für Menschen wie seine Ehefrau gebe es sogar einen Begriff, sagt er: LGP, kurz für lego-geplagter Partner.

Nach der Arbeit oder am Wochenende wird nun mal gebaut, stundenlang. Bis die Finger schmerzen. Schwielen und abgebrochene Nägel gehören dazu. Was der Franzose Balfourier sich verbittet: „Ich spiele nicht. Bis zwölf kann man brumm-brumm machen. Für uns geht es ums Bauen, um Kreativität, um Fantasie, um den Schaffensprozess.“ Das Duo werkelt nie nach Anleitung. Balfourier etwa besichtigt in seiner Freizeit Burgen oder Städte und erstellt dann Miniversionen.

Neue Lego-Verrückte können dazustoßen. An jedem dritten Samstag im Monat kommen die Mitglieder ab 18 Uhr zum Stammtisch im SSB-Waldheim zusammen, zeigen sich Sets, tauschen sich über Kataloge aus oder widmen sich der Wühlkiste. Zwei Messeauftritte sind ebenfalls fix. Sowohl auf der Stuttgarter Comic Con im Sommer als auch beim Messeherbst wird „Schwabenstein 2x4“ dabei sein. Neben Präsentationen sind Tische mit Steinen für jedermann geplant. Andreas Reikowski grinst, denn er weiß: Bauen auf eigene Suchtgefahr. Caroline Holowiecki

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Erstellt:
16. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2018, 06:00 Uhr

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