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Gaststättensterben auf dem Land geht weiter
Der Vorsitzende des DEHOGA Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt. Foto: Lino Mirgeler/Archiv dpa/lsw
Stuttgart/Rastatt

Gaststättensterben auf dem Land geht weiter

Die traditionelle Dorfgastronomie auf dem Land ist weiter im Niedergang: Nach Angaben des Landesvorsitzenden des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Fritz Engelhardt, müssen in den kommenden Jahren zwischen 4500 bis 5000 Lokale im ländlichen Raum dichtmachen, weil die Betreiber keine Nachfolger finden.

26.11.2017
  • dpa/lsw

Stuttgart/Rastatt. Der Stabwechsel werde den meisten nicht gelingen, sagte Engelhardt der Deutschen Presse-Agentur vor der Versammlung der Dehoga-Landesdelegierten an diesem Montag in Rastatt. «Wenn ich mich mit Landräten oder Bürgermeistern treffe, dann ist immer deren erste Frage: «Hast du einen Wirt für mich?»»

Gründe für das Sterben der Gasthöfe auf dem Land seien zum einen das notorische Personalproblem, von dem das Hotel- und Gaststättengewerbe noch mehr als andere Branchen betroffen sei. «Der Markt ist leer gefegt», sagte Engelhardt. «Uns fehlen ja nicht nur die Fach-, sondern mittlerweile auch die Hilfskräfte.» In den fast 31 000 Betrieben des Landes arbeiten nach Zahlen aus dem Jahr 2016 insgesamt rund 130 000 Beschäftigte - davon sind nach Worten Engelhardts ein Großteil angelernte Kräfte beziehungsweise Hilfskräfte.

Zum anderen seien die Betreiber insgesamt in zunehmendem Maße herausgefordert, sich nicht nur gegen Mitbewerber im Takeaway zu behaupten, sondern künftig auch gegen entsprechende Angebote von Amazon oder großer Einzelhandelsketten wie Rewe zu bestehen. «Das sind absolut direkte Mitbewerber, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen», sagte Engelhard. Einer Antwort auf eine Kleine Anfrage aus dem Jahr 2012 zufolge waren seinerzeit bereits etwa 60 der rund 600 Südwest-Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern ohne Gastronomie.

Grundsätzlich gelte außerdem: «Der Treffpunkt Gasthaus als solcher ist nicht mehr der, der er vor 20 Jahren war», betonte Engelhardt. «Wir kennen Zeiten, da ging man zur Nahrungsaufnahme ins Gasthaus; heute soll alles ein Erlebnis sein.» In einem Dorf mit ein paar hundert Einwohnern sei dies natürlich unheimlich schwer zu erfüllen.

Die Branche kritisiert darüber hinaus seit Jahren das Arbeitszeitgesetz, das die maximale tägliche Arbeitszeit auf zehn Stunden deckelt. Solch starre Vorschriften widersprächen den tatsächlichen Erfordernissen in Hotels oder Restaurants. Die Dehoga plädiert stattdessen dafür, die wöchentliche Maximal-Arbeitszeit von 48 Stunden entsprechend des täglichen Bedarfs zu verteilen. «In der Summe bliebe die Arbeitszeit gleich, wir wären nur wesentlich flexibler», sagte Engelhardt.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lehnt dies bislang ab. «Den Arbeitgebern geht es ausschließlich darum, die Menschen täglich länger arbeiten zu lassen», schrieb die Gewerkschaft im März als Reaktion auf Dehoga-Forderungen, das Arbeitszeitgesetz zu ändern.

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26.11.2017, 11:30 Uhr | geändert: 26.11.2017, 10:50 Uhr
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