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Komplikationen befürchtet

Gasaustritt am Scheibengipfeltunnel

Beim Bau des Achalmtunnels sind Komplikationen aufgetreten: Am Nordportal, wo derzeit der Berg angebohrt wird, tritt vermutlich Methan-Gas aus.

30.10.2012

Reutlingen. Das farb- und geruchlose, brennbare Gas kommt in der Natur vor und ist ein Hauptbestandteil von Erdgas. Projektleiter Norbert Heinzelmann wollte dazu gestern keine Stellung nehmen. Nur so viel: Im Bergbau komme das öfter vor, im Tunnelbau sei es eher selten. Welche Folgen der überraschende Gasaustritt für den Bau und Betrieb der Scheibengipfeltunnels hat, will Heinzelmann bis spätestens übermorgen detailliert in einer Pressemitteilung darstellen. Die Sache habe man so weit im Griff. Die Reutlinger Feuerwehr sei nicht involviert, bestätigte uns auf Anfrage Stadtbranddirektor Harald Herrmann. Tatsächlich sei seit Jahrhunderten bekannt, sagte Herrmann, dass der Berg Methangas emittiere.

Einen Hinweis aus dem frühen 18. Jahrhundert findet sich im Reutlinger Heimat-Buch. „Das Goldloch an der Achalm“, heißt ein Aufsatz, in dem der Chronist Christoph Friedrich Gayler den vergeblichen Versuch der Reutlinger beschreibt, 1716 an der Achalm „Golderz“ zu schürfen. Von Bergleuten ist da die Rede, die am Scheibengipfel einen Schacht in den Boden trieben und dabei 80 Klafter tief ins Gebirge stiegen. In dieser Tiefe stießen die Bergknappen auf eine kleine Gesteinsader, „aus der eine eigentümliche Luftart ausströmte. Sie zog das Licht der Berglampen schon auf eine Entfernung von 20 Zentimetern an, brannte dann als schwaches, himmelblaues Flämmchen so lange, bis man es mit einem leichten Hauche ausblies“.

Die Bergknappen hätten daraufhin die merkwürdige Erscheinung gegen ein kleines Trinkgeld gezeigt. Auch hätten sie das blaue Flämmchen angezündet und an ihm ihre Pfeifen in Brand gesteckt. Aus der Spielerei wurde aber bald bitterer Ernst, weil die Ausströmung stärker wurde und sich im ganzen Schachte auszubreiten begann: „Eines Tages fing die Luft im Schachte an der Lampe eines Bergmanns Feuer und verbrannte einen Knappen jämmerlich. Die Grube mußte deshalb verlassen und zugeschüttet werden.“

Alles Geld, das auf das Unternehmen verwendet worden war, sei verloren gegangen, schließt der Chronist seine Geschichte vom „Goldloch“. Wenn das mal kein schlechtes Omen für den Tunnelbau an der Achalm ist. bus / uk

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Erstellt:
30. Oktober 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
30. Oktober 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2012, 12:00 Uhr

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