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Gabriels Fingerzeig
Foto: Fotolia
Kommentar · Mittelfinger

Gabriels Fingerzeig

18.08.2016
  • DPA

Sigmar Gabriel ist bekannt dafür, dass er nicht immer stromlinienförmig durchs Leben gleitet. Der SPD-Chef eckt in aller Regelmäßigkeit an. Wie zum Beispiel am Freitag in Salzgitter: Bei einem Termin taucht plötzlich ein Trupp vermummter rechter Demonstranten auf. Sie beschimpfen Sigmar Gabriel als „Volksverräter“. Der SPD-Vorsitzende schaut einigermaßen belustigt, schenkt dem Auflauf ein müdes Lächeln und winkt ab. Zum Schluss zieht er die rechte Hand aus der Hosentasche, zeigt den Pöblern den ausgestreckten Mittelfinger und dreht sich weg.

Nun tauchte ein Clip von dem Vorfall im Internet auf. Innerhalb kürzester Zeit wird der Film zehntausende Male angeklickt und eifrig kommentiert. Selbst jene, die mit Gabriels Politik sonst nicht viel anfangen können, lobten ihn: „Vielleicht das erste Mal, dass mir der Typ sympathisch ist“, steht da zum Beispiel. „Ausnahmsweise macht er es mal richtig.“ Oder: „Ein Beweis dafür, dass Siggi auch nur ein Mensch ist“.

Aber darf ein Kanzlerkandidat den „Stinkefinger“ zeigen? Peer Steinbrück hat damit nicht so gute Erfahrungen gemacht. Der damalige SPD-Spitzenmann grüßte 2013 mit einem „Stinkefinger“ vom Titel des Magazins der „Süddeutschen Zeitung“. Das Bild entstand in einem Ohne-Worte-Interview, in dem Prominente nur mit Gestik und Mimik antworten dürfen. Ja, es war lustig gemeint, ironisch. Trotzdem hagelte es Kritik von allen Seiten. Bei der Wahl lief es damals schlecht für Steinbrück. Der „Stinkefinger“ dürfte im Wahlkampf zumindest nicht ganz hilfreich gewesen sein.

Wer als Promi den Stinkefinger zeigt, kann anscheinend selten gewinnen. Die Fußballer Stefan Effenberg und David Beckham sind dafür ebenso Beispiele wie Steinbrück. Außerdem kann die Geste nach Paragraf 185 des Strafgesetzbuchs als Beleidigung aufgefasst werden. Deutsche Gerichte verhängten dafür schon mehrere hundert oder sogar tausende Euro Strafe.

Einige SPD-Leute versuchen nun, schon mal präventiv gegenzusteuern und Gabriels Auftritt als Tugend darzustellen. Der SPD-Mann Lars Klingbeil twitterte: „hat eigentlich schon jemand gabriel kritisiert weil er nicht beide Mittelfinger genommen hat?“

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18.08.2016, 06:00 Uhr
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