Blaufelden

G wie Gammesfeld: Deutschlands wohl kleinste Bank

Es gibt nur ein Girokonto und keinen Bankautomaten. Bei Deutschlands wohl kleinster Bank in Gammesfeld ist der Chef für alles zuständig. Er macht die Buchhaltung und schreibt jeden Kontoauszug persönlich.

09.08.2020

Von dpa/lsw

Peter Breiter, Leiter der Raiffeisenbank Gammesfeld, arbeitet in seinem Büro. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild

Blaufelden. Die Raiffeisenbank Gammesfeld hat einen einzigen Mitarbeiter: Peter Breiter leitet seit zwölf Jahren die wohl kleinste Bank Deutschlands mit Sitz in Gammesfeld, einem Teilort der Gemeinde Blaufelden (Kreis Schwäbisch Hall). Der 48 Jahre alte Betriebswirt ist Bankdirektor und auch für alles andere zuständig.

„Wir machen keine Werbung. Das macht keinen Sinn“, sagt er. Kunde könne nur werden, wer in dem 500 Einwohner zählendem Ort wohne. Der Kunde müsse persönlich bekannt sein. Und auch nur für solche gebe es Kredite, wie etwa für den Hausbau oder Autokauf.

Die Genossenschaftsbank mit einer Bilanzsumme von zuletzt 35,3 Millionen Euro ist ein Unikum in der Finanzwelt: Sie bietet nur Girokonto, Sparbuch und Darlehen an - gebührenfrei. „Online-Banking gibt es nicht“, sagt der hauptamtliche Vorstand, der auch die Buchhaltung macht und jeden einzelnen Kontoauszug schreibt. Eine Anbindung an ein Rechzentrum bestehe auch nicht. Überweisungen der Kunden werden zweimal pro Woche per Post an den Dienstleister verschickt.

Weil vor Jahren eine Umstellung auf das gängige System für EC-Karten zu teuer gewesen wäre, musste das Plastikgeld in Gammesfeld wieder abgeschafft werden. „Deshalb gibt es weniger junge Kunden.“ Für sie gehöre eine Debit-Karte einfach zum Bankangebot dazu.

Das stört Breiter aber nicht. Er glaubt fest daran, dass das 1890 gegründete Institut noch lange bestehen wird. Ihm macht aber die zunehmende Regulierungswut Sorgen. Pro Jahr mache er 120 Meldungen an die Aufsicht.

Zum Artikel

Erstellt:
9. August 2020, 10:38 Uhr
Aktualisiert:
9. August 2020, 10:38 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. August 2020, 10:38 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App