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Kommentar · Videobeweis

Fußballpolitik im Abseits

Der Videobeweis ist und bleibt der Dauerbrenner in dem gigantischen Spiel der mehr oder weniger professionellen Balltreter.

27.02.2018
  • ARMIN GRASMUCK

Tor oder kein Tor, Abseits oder alles regulär – das sind, bezogen auf diese neue Technik, die den gut alten Fußball angeblich gerechter macht, längst überholte Ansätze. Die Praxis zeigt, dass in vielen strittigen Fällen selbst der geschulte Blick des routinierten Regelhüters kein einwandfreies Urteil zulässt.

Zeitlupe vor, Superzeitlupe zurück. Ging die Hand zum Ball? Elfmeter? Und die Rote Karte dazu? Die Mattscheibe spricht kein Wort. Entscheiden muss der Schiedsrichter, der die Partie auf dem Platz leitet. Kein Assistent, kein Fernsehgucker. Mancher Pfiff verhallt nach wie vor in dem grauen Bereich zwischen richtig und falsch.

Der Videobeweis ist vor allem ein Politikum, das groß und breit diskutiert und analysiert, benutzt und nach Bedarf verzerrt wird. Ja, sagen die Macher der Bundesliga, wir setzen auch in Zukunft auf das moderne Element für die spielentscheidenden Momente. Ja, sagen die Obersten des Weltfußballs, der Videobeweis ist für die WM gesetzt. Dagegen hält der Boss des europäischen Verbands: Nein, kein Urteil von der Mattscheibe in der Champions League. Die Königsklasse der Klubkicker stärkt die Autorität des Spielleiters, seiner Pfiffe aus Fleisch und Blut. Tor ist und bleibt, wenn der Schiedsrichter pfeift.

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27.02.2018, 06:00 Uhr
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