Sexarbeit

„Für uns ist Hygiene nichts Neues“

Prostituierte demonstrieren in Stuttgart gegen Arbeitsverbot: In anderen Bundesländern seien Betriebe wieder auf.

07.08.2020

Von LSW

Stuttgart. „Rotlicht an!“, das haben Prostituierte bei einer Kundgebung auf dem Stuttgarter Wilhelmsplatz gefordert. Sexarbeit ist in Stuttgart wegen Corona seit Mitte Juli verboten. Das werde dort weitaus strenger gehandhabt als in anderen Teilen der Republik, kritisiert die Branche. Gleichzeitig gebe es keine wirksamen Hilfen für Prostituierte, die vornehmlich selbstständig seien und kaum finanzielle Rücklagen hätten.

„Während andere Bundesländer Prostitutionsbetriebe wie Laufhäuser, den Escort-Bereich, Tantra- und BDSM-Studios schrittweise wieder erlauben, wird hier jedwede sexuelle Handlung gegen Geld verboten“, kritisiert eine Stuttgarter Sexarbeiterin. Sie ärgert das besonders deshalb, weil gerade ihre Branche schon lange auf Hygiene spezialisiert sei. „Für uns ist Hygiene nichts Neues. Wir wissen genau, wie man desinfiziert, und dass gelüftet wird, in Zeiten von Corona auch länger. Wir arbeiten mit Masken und Handschuhen – was selbstverständlich ist, denn unsere Gesundheit ist unser Arbeitskapital.“

Sexarbeiter seien Experten in Sachen Gesundheitsschutz, heißt es auch beim Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen. Wieso Massage-Studios wieder öffnen dürften, die Pendants der Sex-Branche wie etwa Tantra-Studios jedoch nicht, sei nicht nachzuvollziehen – es sei denn, es handele sich um eine gezielte Breitseite gegen die Branche. dpa

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Erstellt:
7. August 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. August 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. August 2020, 06:00 Uhr

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