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Der Blick geht nach Europa

Für den FC Bayern zählt nur noch der Triumph in der Champions League

In der Bundesliga scheinen die sportlich wie wirtschaftlich übermächtigen Münchner zumindest mittelfristig unerreichbar. Der Fokus des international ausgerichteten Rekordmeisters liegt auf der Königsklasse.

06.10.2015
  • ARMIN GRASMUCK

München Was für eine Ehre! Hans-Joachim Watzke zu Gast beim Fußballkaiser. Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund wagte es tatsächlich, nur einen Tag nach der demütigenden 1:5-Pleite bei Bayern München, zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge bei dem von Franz Beckenbauer ausgerichteten Sportforum in Kitzbühel aufzutreten. Vor drei Jahren, als Dortmund mit den Bayern um die Vorherrschaft im deutschen Fußball kämpfte, sagte Watzke den Werbetermin mit Rummenigge für einen gemeinsamen Sponsor kurzerhand ab - weil die Münchner nach Mario Götze auch Robert Lewandowski an die Isar zu locken drohten.

Die Zeiten haben sich geändert. Götze und Lewandowski stürmen längst für die Bayern. Und auch Watzke, so scheint es, hat seinen Frieden mit dem übermächtigen Rivalen gefunden. "Bayern München wird Deutscher Meister und der Punktabstand wird deutlich sein", sagte Watzke in Kitzbühel. "Das ist völlig klar. Wir haben in Deutschland die Strukturen mittlerweile so manifestiert. Damit müssen wir leben." Den Kampf um die Meisterschaft hat Dortmunds Klubchef bereits aufgegeben. "Wir müssen in Ruhe analysieren", sagte Watzke. "Wir stehen nach acht Spieltagen an zweiter Stelle, das hätten wir vor der Saison komplett unterschrieben. Dass die Bayern alle Spiele gewinnen, kann man nicht uns zuschreiben." Acht Spiele, acht Siege - sieben Punkte Vorsprung. Die vierte Meisterschaft in Serie scheint den Münchnern bereits nach knapp einem Viertel der Saison sicher zu sein.

Es klingt einfach und für die Konkurrenten in der Bundesliga höchst frustrierend. Doch aufgrund des exquisit aufgestellten Kaders und der Kapitalkraft, die sich die Bayern in den vergangenen Jahrzehnten erworben haben, scheinen sie auch mittelfristig nur schwer erreichbar zu sein. Darunter leidet zwangsläufig zumindest die Attraktivität, die der Wettkampf um die Meisterschaft in früheren Jahren zumeist ausstrahlte. Spannende Spiele verspricht die Bundesliga der Gegenwart vermehrt, wenn es um die Vergabe der weiteren Plätze im Europapokal und den Abstiegskampf geht.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine schnöde Meisterschaft und auch der Triumph im DFB-Pokal in München zu einer angenehmen Routine geworden sind, die den Ansprüchen des Rekordmeisters entspricht, die eigenen Anhänger aber nur noch in Maßen euphorisiert. Für die international ausgerichteten Bayern zählt inzwischen vorrangig der Triumph in der europäischen Königsklasse. Pep Guardiola hat bewusst das Triple, den Erfolg in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League, als Saisonziel ausgegeben. Der gelungene Start in die aktuelle Spielzeit, die nahtlose Integration von teuren Neuzugängen und hoffnungsvollen Talenten sowie die immer attraktiver wirkenden Auftritte seiner Mannschaft haben auch die Aktien des Startrainers deutlich gesteigert. Es liegt nur an ihm, den im Sommer auslaufenden Vertrag zu verlängern. Spätestens bis zum Jahresende erwarten Rummenigge und seine Kollegen aus dem Vorstand der Bayern ein Signal Guardiolas. "Es sind noch einige Monate", sagte Rummenigge nach dem 5:1 gegen Dortmund. "Es steht viel pro Bayern München auf dem Tisch - und so ein Spiel wird den Trainer sicher auch glücklich machen." Doch erst der Triumph in der Königsklasse macht die Sache rund.

Für den FC Bayern zählt nur noch der Triumph in der Champions League
Die Münchner Jerome Boateng (links) und Joshua Kimmich feiern den deutlichen Triumph über Dortmund. Foto: Imago

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06.10.2015, 12:00 Uhr
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