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Kommentar · Bargeld

Für Scheine und Münzen

04.02.2016
  • DIETER KELLER

Wenn Kunden in Geschäften ein dickes Bündel Bargeld zücken und Summen bezahlen, für die die meisten Käufer zur Scheck- oder Kreditkarte greifen, dann wirkt das verdächtig: Handelt es sich um Schwarzgeld, um das Ergebnis krimineller Delikte von Erpressung bis Terrorismus? Es liegt nahe, Bargeldzahlungen zu beschränken, etwa auf maximal 5000 Euro, wie die Bundesregierung derzeit überlegt.

Doch das ist zu kurz gedacht. Ob sich auf diese Weise die Finanzströme des Terrorismus wirklich austrocknen lassen, so argumentiert die Bundesregierung, ist zumindest umstritten. Sogar Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat Zweifel, ob dies wirken kann, dabei ist er Deutschlands oberster Fachmann für dieses Thema. Vor allem aber wäre eine Obergrenze der erste Schritt zur Abschaffung des Bargelds. Dies fordern manche Ökonomen, um negative Zinsen, die derzeit nur große Anleger treffen, bei allen durchzusetzen. Das aber wäre schlicht eine Enteignung.

Bargeld ist noch immer das beliebteste Zahlungsmittel der Bundesbürger. Wenn sie irgendwann zum Schluss kommen, dass ihnen das zu umständlich ist und sie lieber zu Plastikgeld oder kontaktlosem Bezahlen greifen, dann ist das ihre freie Entscheidung. Genau das muss es bleiben. Zumal Geld auch etwas mit dem haptischen Gefühl eines Scheins oder einer Münze zu tun hat. Und das wollen wir - bitteschön - behalten.

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04.02.2016, 06:00 Uhr
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