Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
GEK-Chef Schlenker: Mitarbeiter müssen sich keine Sorgen machen

Für Qualität ist Masse nötig

Die Mitarbeiter der Gmünder Ersatzkasse müssen sich wegen der angestrebten Fusion mit einem größeren Partner keine Sorgen machen, sagt GEK-Chef Rolf-Ulrich Schlenker. Die Zentrale in Gmünd werde gestärkt.

25.07.2009
  • WINFRIED HOFELE ALEXANDER BÖGELEIN

Mit 1,7 Mio. Versicherten ist die GEK elftgrößte Kasse in Deutschland. Warum streben Sie eine Fusion mit einem größeren Partner an? ROLF-ULRICH SCHLENKER: Die Wettbewerbsbedingungen im Gesundheitswesen haben sich fundamental verändert. Unter den Bedingungen des Gesundheitsfonds zählen Kassengröße und Versichertenzahl. Sie sind Voraussetzung dafür, gute Vertragskonditionen zu verhandeln und attraktive Versorgungslösungen zu finden. Die GEK kommt bundesweit auf einen Marktanteil von 2 Prozent. Wer Qualität durchsetzen will, muss aber Masse mitbringen. Deshalb müssen wir größer werden und deshalb wollen wir mit einem bundesweit starken Partner zusammengehen. Wie intensiv waren die Verhandlungen, die Sie bereits mit der Barmer Ersatzkasse geführt haben? SCHLENKER: Mit der Barmer wurde bisher ebenso wenig über Fusionen gesprochen wie mit der TK oder sonstigen Kassen. Selbstverständlich finden im Gesundheitswesen kontinuierlich Gespräche statt, jeder spricht mit jedem. Dabei handelte es sich aber nicht um Fusionsgespräche. Bis wann soll der angestrebte Zusammenschluss mit einer größeren Kasse unter Dach und Fach sein? SCHLENKER: Der früheste Zeitpunkt für eine Fusion wäre der 1. Januar 2010. Wir stehen aber unter keinem Zeitdruck. Kommen die Interessen der GEK als Juniorpartner dabei nicht zu kurz? SCHLENKER: Wir sprechen mit potentiellen Partnern auf Augenhöhe. Die GEK hat einen ausgezeichneten Ruf und ausgeprägte Stärken. Wir stehen für Servicestärke, Leistungsbereitschaft, Innovationskraft und effiziente Verwaltungsabläufe. Diese Stärken machen uns zum gleichrangigen Partner. Müssen sich die GEK-Mitarbeiter Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen, insbesondere die rund 800 Beschäftigten in der Zentrale in Schwäbisch Gmünd? SCHLENKER: Überhaupt nicht. In Schwäbisch Gmünd werden vielfältige Funktionen der neuen Kasse zusammengezogen, einschließlich von Führungsaufgaben. Kündigungen im Zuge der Vereinigungen werden im Übrigen ausgeschlossen. Schwäbisch Gmünd wird eine tragende Säule der neuen Kasse sein. Mittelfristig ist sogar an eine Stärkung des Standorts denkbar. Um die Eigenständigkeit der GEK zu untermauern, wäre es doch eine Alternative, auch mit mehreren kleinen Kassen zu sprechen. SCHLENKER: ...woher wollen Sie wissen, dass wir das nicht tun? Aber zum Kern der Sache: Es geht darum, ob eine Kasse unter den derzeit gegebenen politischen Voraussetzungen auch künftig in der Lage ist, ihren Versicherten optimalen Schutz zu gewährleisten, ohne zusätzliche Beiträge erheben zu müssen. Der Druck kommt also vom Gesundheitsfonds? SCHLENKER: So ist es. Die GEK ist, das geben wir offen zu, kein Freund des Gesundheitsfonds. Seine Einführung brachte aus unserer Sicht keinerlei substanzielle Verbesserung, weder bei der Finanzierung, noch bei der Versorgung. Der Gesundheitsfonds garantiert aber doch den Kassen einen stabilen Mittelzufluss, der sie davor bewahrt, zum aktuell bei 14,9 Prozent liegenden Einheitsbeitragssatz einen Zusatzbeitrag zu erheben. Und die Politiker sagen, dass sich die Kassen deshalb auf besseren Service und gute Versorgung konzentrieren können. SCHLENKER: Das ist eine politische Schutzbehauptung. Es wird vergessen oder verschwiegen, dass der Gesundheitsfonds mit einer Fehleinschätzung startete. Der Einheitsbeitragssatz gleicht nämlich nicht die geschätzten Ausgaben aus, auch die im zweiten Konjunkturprogramm beschlossene Anhebung des Steuerzuschusses reicht längst nicht mehr als Lückenfüller für den Fonds aus. Erforderlich ist ein Liquiditätsdarlehen durch den Bund. Laut Gesetz müssen die Kassen das Darlehen aber spätestens im Jahr 2011 wieder zurückzahlen. Da stellt sich die Frage - wovon? Der Hinkefuß ist also die Tilgung. Wird es den Gesundheitsfonds nach der Bundestagswahl noch geben? SCHLENKER: Ob eine neue Bundesregierung den Mechanismus Gesundheitsfonds ändert oder abschafft, wage ich zu bezweifeln. Das gilt für alle künftigen Koalitionen, denn schließlich wurde der Gesundheitsfonds von beiden großen Parteien befürwortet. Die GEK fände es auf jeden Fall gut, wenn die neue Regierung zu kassenindividuellen Beitragssätzen zurückkehren würde. Die Kassen könnten dann wieder flexibler im Wettbewerb und Leistungsgeschehen handeln. Die GEK ist gut ins Jahr gestartet. Warum betrachten sie die künftige Entwicklung mit Sorge? SCHLENKER: Weil die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten wie diesen schnell auseinander geht und weil die GEK als typische Metallerkasse davon besonders betroffen ist. In der Krise brechen die Einnahmen rasch weg. Wenn viele Unternehmen, besonders in der Automobilindustrie oder im Werkzeug- und Maschinenbau ihre Mitarbeiter nicht mehr halten können, wenn aus Kurzarbeitern Arbeitslose werden, wird es kritisch. Außerdem steigen in Krisenzeiten auch die Ausgaben. Die Krankenstände und die Krankengeldzahlungen nehmen zu. Vor allem aber die Arzneimittelausgaben ufern aus.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

25.07.2009, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular