Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Für Merkel,
ohne Murren
Annette Widmann-Mauz, CDU. Bild: Metz
Über die Staatsministerin in spe Widmann-Mauz

Für Merkel, ohne Murren

Ist das „Kabinettstück“, wie Angela Merkels Ministerliste im Fall der zustande kommenden GroKo genannt wird, nun ein Meisterwerk oder doch eher Stückwerk?

27.02.2018
  • Wilhelm Triebold

Alle starren angesichts des „tatkräftigen Personaltableaus“ (O-Ton Kanzlerin) zuerst einmal auf Partei-Arithmetik und Kollateralschäden. Wo Ministerstühle passend gemacht, wo dafür gehobelt wird, fallen Späne. Gröhe kippt, Spahn klettert. Und Angela Merkel greift in ihrer Not, um das geschrumpfte Angebot an Machtpotenzial und Pöstchen der eigenen CDU schmackhaft zu machen, zum gängigen Taschenspielertrick: aus sechs mach sieben.

Sechs Ministerien, und da nicht gerade die Paradefächer, sind zu vergeben. Ob und wie sehr da hinter den CDU-Kulissen gerangelt und gekungelt wurde, sei dahingestellt. Doch wenn das Tableau einfach nicht passen will, gibt es immer noch die Möglichkeit, unruhig mit den Füßen scharrende Hoffnungsträger hochzustufen – zu Staatsministern.

Solche Staatsminister-Weihen stehen in der Regel parlamentarischen Staatssekretären (oder -sekretärinnen) zu, die vom Kanzleramt oder aus dem Außenministerium Sonderaufgaben zugewiesen bekommen. Zwar nehmen sie damit am Kabinettstisch Platz. Doch zur Augenhöhe mit den Kollegen der klassischen Ministerien reicht es kaum einmal.

Dabei schlagen sie sich mitunter tapfer. Etwa, als Gerhard Schröder als Bundeskanzler das schöne Amt eines Kulturstaatsministers erstmals besetzte und es seine Nachfolgerin Merkel später wieder aufleben ließ. Kaum jemand wird heute behaupten, dass die derzeitige Beauftragte für Kultur und Medien, Monika Grütters, ihren Job nicht engagiert und teils sogar effektiv gestaltet.

Doch das erste Staatsministerium aller bisherigen Regierungen Merkel galt 2005 einer, aufgepasst, „Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration“. Bloß, wer kennt heute noch Maria Böhmer, die sich darin ausprobieren durfte? Sehr viel bewirkt hat sie jedenfalls nicht.

Um zu beweisen, dass man in Berlin die heraufziehenden Zeichen einer besser funktionierenden Flüchtlings-, Migrations- und und Integrationspolitik erkennt, hätte eine künftige Regierung wenn schon, denn schon, ein eigenständiges Ministerium ansteuern sollen. So droht sich die wackere Annette Widmann-Mauz womöglich im Kompetenzwettstreit mit dem neuen Heimatinnenminister Seehofer aufzureiben, wer denn wirkungsvollere Integrationsleistungen einfordert.

Als ausgewiesene Gesundheitsexpertin hätte es für die Tübinger Bundestagsabgeordnete aus Balingen nur eine passende Jobbeschreibung gegeben, im Gesundheitsressort. Aber dann wäre das Personalkarussell wieder in Schwung gekommen. Spahn lieber zur Truppe? Und was dann tun mit von der Leyen? Ehe Angela Merkel der Kopf schwirrt, lässt sich die schwäbische Parteisoldatin nochmal in die Pflicht nehmen. Ganz ohne Murren.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

27.02.2018, 01:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular