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Für Armin Veh läuft s in Frankfurt vor dem Wiedersehen mit dem VfB nicht rund
Erst zweimal beim VfB, jetzt zum zweiten Mal als Trainer in Frankfurt: Nur zwei Punkte trennen Armin Vehs Mannschaft momentan vom Relegationsplatz. Foto: dpa
Die Eintracht bröckelt

Für Armin Veh läuft s in Frankfurt vor dem Wiedersehen mit dem VfB nicht rund

Zweimal war Armin Veh VfB-Trainer. Nun ist er zum zweiten Mal Chefcoach in Frankfurt und unter Druck. Die total beflügelten Stuttgarter können seine Eintracht tiefer in den Bundesliga-Abstiegskampf stoßen.

04.02.2016
  • WOLFGANG SCHEERER

Frankfurt/Stuttgart. Stoppt ausgerechnet Armin Veh mit der Eintracht den Lauf des VfB, oder gelingt den Stuttgartern ein weiterer Coup? Dann könnte es schnell richtig ungemütlich werden in Frankfurt. Eine Woche nach dem 0:0 bei Vehs alter Fußball-Liebe FC Augsburg steht am Samstag, 15.30 Uhr, das Heimspiel gegen den VfB auf dem Programm. Für beide Vereine bleibt die Situation im hinteren Teil der Tabelle brisant, doch die Stuttgarter sind groß im Kommen.

Wie sensibel die aktuelle Saisonphase ist, zeigt die Tatsache, dass Armin Veh zur Zeit keine Interviews gibt. "Er will sich auf seine sportliche Aufgabe konzentrieren", sagt ein Eintracht-Sprecher. Redebedarf gibt es intern genug. Die Fans diskutieren ebenfalls. Aktuell auch über das Zerwürfnis des Trainers mit einem seiner Stars. Stürmer Haris Seferovic brummte in Augsburg auf der Bank, nachdem er eine Woche zuvor öffentlich abgebürstet worden war: "Wenn einer immer sein Ego herauskehrt, dann habe ich irgendwann die Schnauze voll. Wir sind hier kein Egotrip, sondern eine Mannschaft", schimpfte Veh.

Nach der Auswechslung im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (3:2) hatte der Schweizer Nationalspieler mit abfälliger Geste in Richtung der eigenen Bank eine Reaktion provoziert. Davor waren bereits Flügelstürmer Stefan Aigner und Abwehrchef Carlos Zambrano von Veh kritisiert worden. So bröckelt die Eintracht. Aber Nachlässigkeiten im Abstiegskampf kann ein Trainer nicht dulden. Positive Stimmung und Harmonie sind Veh, der am Montag den 55. Geburtstag gefeiert hat, sonst durchaus wichtig. Der aktuelle Tonart-Wechsel ist auch Ergebnis seiner Erfahrungen, wenn es nicht rund läuft. Vergleiche Stuttgart. Da steht Veh für große und für bittere Tage. 2007 führte er Khedira, Gomez und Co. zur Meisterschaft und ins Pokalfinale. Doch bald ging es bergab. Nach der Entlassung im November 2008, als er die Fehleinkäufe auf seine Kappe nahm, kam Veh über die Stationen Wolfsburg und HSV an den Main. Spektakulär führte er die Eintracht zurück von der zweiten in die erste Liga. Im Sommer 2014 dann die Rückkehr zum VfB, die sich als Fehler erwies.

Entnervt trat Veh am 12. Spieltag zurück. Nur neun Punkte hatte sein Team geholt. Das Eingeständnis des Scheiterns beim zweiten Anlauf ("Es sind zu wenig Punkte, dafür bin ich verantwortlich") schreckte ihn nicht davon ab, sein Glück auch in Frankfurt noch einmal zu versuchen. Schließlich hat er dort ebenfalls seine Meriten und genießt entsprechende Wertschätzung.

Der Lizenzspieler-Etat wurde just von 30 auf 36 Millionen Euro angehoben. Beim Comeback sagte Veh: "Ich möchte schon träumen können, dass man etwas erreicht, was nicht jeder erwartet." Vielleicht mehr als die Europa-League-Teilnahme bei seinem ersten Engagement? Beim 4:1 am dritten Spieltag in Stuttgart trumpfte die Eintracht mit Haris Seferovic (zwei Vorlagen, ein Tor) noch auf, rutschte aber bald mitten in den Abstiegskampf. Der VfB ist jetzt nach Punkten - 21 - gleichgezogen. Das Wiedersehen mit Veh ist eines auf Augenhöhe.

An Seferovic soll unter anderem Sampdoria Genua Interesse gehabt haben. Die Wechselfrist ist beendet, der 23-Jährige noch da. Wohl auch, weil niemand bereit war, eine zweistellige Millionensumme zu zahlen. Investiert haben die Hessen selbst in Änis Ben-Hatira und Yanni Regäsel vom Ligakonkurrenten Hertha BSC. Sie wurden am letzten Transfertag verpflichtet. Ben-Hatira, ein Offensivmann für die linke Außenbahn, kommt bis zum Saisonende, Rechtsverteidiger Regäsel unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2019.

Ob der Trainer und sein Problem-Stürmer sich in der zweiten Saisonhälfte wieder zusammenraufen? Wenn die Chemie nicht stimmt, wächst nur zu schnell Frustration. Auch Armin Vehs Ex-Klub VfB hat das diese Saison durchexerziert.

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04.02.2016, 08:30 Uhr
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