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Italien

Fünf Sterne stürzen bei Regionalwahlen ab

Die Regierungspartei verliert dramatisch an Rückhalt. Doch auch Salvinis Rechtspopulisten schwächeln.

28.01.2020

Von BETTINA GABBE

Rom. Zwei Jahre nach ihrem Aufstieg an die Regierung hat die italienische Protestpartei der Fünf-Sterne-Bewegung bei Regionalwahlen krachende Niederlagen eingesteckt. In der Emilia-Romagna kam ihr Kandidat auf unter vier Prozent, in Kalabrien reichte es gerade einmal für sieben Prozent. Dadurch geraten die Fünf Sterne im Regierungsbündnis mit den Sozialdemokraten in Rom trotz parlamentarischer Mehrheit in die Rolle des Juniorpartners. Die Sozialdemokraten konnten ihre traditionelle Hochburg in der Emilia-Romagna gegen den Ansturm von Ex-Innenminister Matteo Salvini halten. Der Lega-Chef hatte die Wahl in Mittelitalien zu einer Entscheidung über das Schicksal der römischen Regierung erklärt.

Salvini hatte mit spektakulären Aktionen auch einen Teil der eigenen Wähler verschreckt. Kurz vor der Wahl hatte er bei einem Tunesier geklingelt und ihn gefragt, ob er Drogendealer sei. Die Aktion hatte international für Empörung gesorgt. Die Wahlbeteiligung in der Region verdoppelte sich daraufhin auf fast siebzig Prozent. Als Reaktion auf Salvinis ausländerfeindliche Tiraden hatte sich die Bewegung der Sardinen gebildet, die in ganz Italien gegen Hass und Populismus auf die Straßen gehen.

Durch das Wahlergebnis zeichnet sich eine Rückkehr zum alten Zwei-Parteien-System in Italien ab. Die Fünf-Sterne-Bewegung hatte seit 2013 bei Parlamentswahlen enttäuschte Wähler aus beiden Lagern abwerben können. In der Emilia-Romagna kam der Kandidat des linken Bündnisses, Stefano Bonaccini, nun zwar auf rund fünfzig Prozent. Seine Partei der Sozialdemokraten lag mit knapp 35 Prozent jedoch nur wenige Prozentpunkte vor der Lega mit 32 Prozent. In Kalabrien siegte die Kandidatin des Rechtsbündnisses, Jole Santelli, mit 55 Prozent. Die Opposition stellen in Kalabrien die Sozialdemokraten mit 30 Prozent, nachdem die Fünf Sterne auch dort in die Bedeutungslosigkeit absanken.

Der Parteivorsitzende der Fünf Sterne, Luigi Di Maio, trat angesichts des erwarteten Niedergangs zurück. Bettina Gabbe

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Erstellt:
28. Januar 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Januar 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 06:00 Uhr

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