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Herrschaftliche Bauten von damals – und was heute aus ihnen wurde

Führungen durchs Rathaus, Kornhaus, Landgericht, Kloster Bebenhausen, das Bühler Schloss und mehr

„Macht und Pracht“ lautet das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals am 10. September. Für viele der in Tübingen angebotenen Führungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

04.09.2017
  • Peter Ertle

Kostenlose Tickets – maximal zwei Stück pro Person – gibt es beim Bürger- und Verkehrsverein an der Neckarbrücke, solange der Vorrat reicht. Und das sind die Orte und Termine in Tübingen:

Königsjagdhütte – Geführte Wanderung

Seine Königliche Hoheit Prinz Wilhelm von Württemberg ließ im Jahre 1888 die „Jagdhütte Schönbuch“ errichten. Recht bescheiden ist die Hütte wohl deswegen ausgefallen, weil der auf Sparsamkeit bedachte Kronprinz sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollte, er habe zu viel Geld ausgegeben. Nichtsdestotrotz wurde sie rasch gesellschaftlicher Mittelpunkt des jagdlichen Geschehens. Über den Postbotenweg erhielt der spätere König von Württemberg wichtige Nachrichten, wenn er auf der Königsjagdhütte weilte. Heute ist sie ein aus allen Richtungen gut zu erreichendes, beliebtes Ausflugsziel.

Wo und wann: Führung um 9.30 Uhr (Dauer 3,5 bis 4 Stunden, 13 km) durch Götz Graf Bülow von Dennewitz, Landratsamt Tübingen. Treffpunkt: Bebenhausen, Schreibturm, vor dem Naturparkinformationszentrum (dorfseitiger Eingang der Klosteranlage).

Ehemaliges Eisenbahnbetriebswerk

Die Anlage der Bahn wurde vor dem Ersten Weltkrieg im Neckartal als Ersatz für eine kleinere Reparaturwerkstätte gebaut. Sie umfasste Halle, Bürogebäude, Schiebeanlage und einen Wasserturm. Noch heute wirkt das mehrfach umgebaute und ergänzte Ensemble im Stil der Neorenaissance von weitem wie ein prächtiger Gutshof. Das Bahnbetriebswerk steht in Teilen unter Denkmalschutz und ist normalerweise nicht zugänglich. Die historische Reparaturhalle aus dem Jahr 1911 soll im Zuge der Bahnerweiterung abgerissen werden.

Wo und wann: Führungen um 10 und 11.30 Uhr durch Ulrich Hägele, Medienwissenschaftler, Universität Tübingen und Frank Noack vom Bahnbetriebswerk der Deutschen Bahn. Treffpunkt: Parkplatz am Bahnbetriebswerk, Europastraße 62.

Tübinger Rathaus

Als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Rathäuser in Württemberg wurde das aus dem Jahr 1435 stammende Tübinger Rathaus in den Jahren 2012 bis 2016 für rund elf Millionen Euro saniert. Nun treten wieder etliche Details zum Vorschein, die im Lauf der Jahre verblasst oder beschädigt waren. Die Bauforschung hat zahlreiche neue Erkenntnisse erbracht, die bei insgesamt zwei Führungen vorgestellt werden. Zu sehen sind das Foyer, der „Große Sitzungssaal“ mit seiner Fachwerkhalle, im zweiten Stock der alte Empfangssaal (Öhrn) mit interessanten, aus dem 16. Jahrhundert stammenden Grisaillen und im dritten Stock die wiederentdeckte, historische Hofgerichtsstube sowie die Uhrenstube der astronomischen Uhr.

Wo und wann: Führungen um 10 und 12 Uhr, Udo Rauch, Stadtarchivar. Treffpunkt: Rathaus, Am Markt 1.

Kloster Bebenhausen

Die Entstehung des ehemaligen Zisterzienserklosters in Bebenhausen reicht in das Jahr 1190 zurück. Im Laufe der Jahrhunderte haben Veränderungsprozesse am Baubestand Spuren hinterlassen, die Geschichte und Geschichten erzählen. Auf einem Gang durch das Kloster soll ein Teil dieser Geschichte anhand ausgewählter Beispiele nachvollzogen werden.

Wo und wann: Führungen um 13.30 und 15.30 Uhr durch Beata Hertlein, Landesamt für Denkmalpflege. Treffpunkt: Kloster Bebenhausen, Klosterkasse.

Kornhaus, Stadtmuseum

Der Architekt Johannes Manderscheid führte mit seinem Team während des Umbaus in den 1990er- Jahren umfangreiche bauarchäologische Untersuchungen durch und zeigt in seiner Führung die Spuren der unterschiedlichen Nutzungen des Gebäudes: Als Zeichen der Macht und Instrument der herzoglichen Herrschaft wurde es im 16. Jahrhundert als Überdachung und zur Überwachung des Kornhandelsplatzes der Stadt errichtet. In den folgenden Jahrhunderten fand es Nutzung vom Ballsaal bis zur Schule, von der Feuerwehr bis zum Roten Kreuz und schließlich als Stadtmuseum. Archäologische Funde, die beim Umbau gefunden wurden, sind in einer kleinen Präsentation im Foyer des Museums zu sehen.

Wo und wann: Führung um 15 Uhr durch Johannes Manderscheid, Architekt. Treffpunkt: Stadtmuseum, Kornhausstraße 10.

Das Bühler Schloss

Um das Jahr 1542 ließ Anna von Stein an der Stelle eines älteren Meierhofes ein Fachwerkschlösschen erbauen, dessen Kern noch zum Großteil im heutigen Schloss steckt. Die nachfolgenden Generationen der Familie von Stein bauten den Besitz zu einem herrschaftlich repräsentativen Anwesen aus. Anhand der verschiedenen Um- und Einbauten des heutigen Wohngebäudes wird die wechselhafte Geschichte des Schlosses und seiner Besitzer nachgezeichnet. Und auch zahlreiche Histörchen und Legenden, die sich um das alte Gemäuer ranken, bleiben nicht unerwähnt. Zum Schluss besteht die Möglichkeit, die Räume der Tübinger Akademie für Verhaltenstherapie im Erdgeschoss zu besichtigen.

Wo und wann: Führung um 15.30 Uhr durch Erich Sommer. Treffpunkt: Bühl, Im Schlosshof, David-von-Stein-Weg 26.

Das Tübinger Landgericht

Der Bau von Justizgebäuden beginnt in Deutschland erst mit der Reichsgründung 1871. Das Tübinger Justizgebäude wurde 1905 nach den Plänen des Architekten Albert von Beger fertiggestellt und ist mit seinem wilhelminischen Stil eines der wichtigsten historistischen Gebäude in Tübingen. Damit konnten das königlich württembergische Landgericht (davor Kreisgericht/Landgericht Wilhelmstraße), das Amtsgericht (davor Oberamtsgericht Neckarhalde) und das Notariat sowie die Staatsanwaltschaft einen prächtigen „Justizpalast“ beziehen, der für kurze Zeit Raum für alle Justizeinrichtungen bot.

Wo und wann: Führung um 16 Uhr durch Dr. Matthias Sprißler, Richter am Landgericht. Treff punkt: Landgericht, Doblerstraße 14, Eingang.

Tag des Offenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals findet bundesweit seit 1993 am 2. Sonntag im September statt, am 10. September 2017 damit seit 24 Jahren. In Absprache mit der Kultusministerkonferenz, den Landesdenkmalämtern, den Städten, Kommunen und Kirchen wird er bundesweit koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der Tag des Offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 50 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich im September und Oktober an dem Ereignis. Mit jährlich bis zu 4 Millionen Besuchern ist der Tag des Offenen Denkmals eine der bedeutendsten Kulturveranstaltungen in Deutschland. Grundgedanke ist es, einmal im Jahr historische Gebäude und Orte für Besucher zu öffnen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind.

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04.09.2017, 01:00 Uhr
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