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Tübingen · Handwerk

Gegen Wortwahl & Einschätzung: Friseurinnung wehrt sich

Die Unterscheidung zwischen „Billigfriseur“ und „Innungsfriseur“ sei untragbar, sagt die Obermeisterin.

19.05.2020

Von eik

Vicky Zafiroudi, Obermeisterin der Friseurinnung. Archivbild: Ulrich Metz

Anfang des Monats hatte die Handwerkskammer Reutlingen in einer Pressemitteilung die Friseurbetriebe der Region zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen angehalten und gerügt, die Richtlinien würden von „zahlreichen Betrieben auf die leichte Schulter genommen“. Am Montag nun kam in einer TAGBLATT-Reportage neben Friseuren aus Tübingen, die sich freuten, wieder öffnen zu dürfen, auch die Sprecherin der HWK zu Wort, die mahnte, dass es nach wie vor unvorsichtige Betriebe gäbe: darunter nicht nur „Billig-Friseure“, sondern auch „Innungsfriseure“.

Gegen Wortwahl und Einschätzung wehrt sich nun die Tübinger Innungs-Obermeisterin Vicky Zafiroudi in einer Stellungname. „Schon alleine die primitive Differenzierung zwischen ‚Billigfriseur‘ und ‚Innungsfriseur‘ ist untragbar“, so Zafiroudi. Jeder Salonbesitzer kalkuliere seine Preise individuell. Dass ein Maschinenschnitt im Herrenfach in 15 Minuten deutlich weniger koste als ein Rundumpaket, für das sich ein Friseur eine Dreiviertelstunde Zeit ließe, sei eigentlich klar. Das habe nichts mit Billig- oder Innungsfriseur zu tun. „Den Begriff ‚Billigfriseur‘“, so die Obermeisterin, „dürfte es eigentlich gar nicht geben.“

Auch der Einschätzung, „durch die Bank“ würden die Coronabestimmungen nicht beachtet, widerspricht Zafiroudi: „Alle Innungsbetriebe im Landkreis Tübingen wurden laufend über die aktuellen Bedingungen informiert.“ Es habe in den vergangenen Wochen allein insgesamt 15 Newsletter für die Friseurbetriebe und einen extra entwickelten Aushang für die Eingangstür mit Informationen für die Kunden gegeben, außerdem viele Beratungsgespräche, die die Geschäftsstelle der Innung und Kreishandwerkerschaft durchgeführt hätten. „Sicherlich gibt es immer einzelne Ausreißer“, so Zafiroudi, „aber dass so negativ verallgemeinert wird, ist beschämend.“

Für den Landkreis Tübingen könne die Innung guten Gewissens behaupten, dass die Mitgliedsbetriebe sehr gut auf ihre Wiedereröffnung vorbereitet wurden und die Vorgaben gut und umfassend umsetzen würden. Zudem prüften die Behörden laufend die Einhaltung der Bedingungen und Kunden könnten mögliche Mängel jederzeit melden: „Es geht ja schließlich um die eigene Gesundheit.“

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Erstellt:
19. Mai 2020, 06:30 Uhr
Aktualisiert:
19. Mai 2020, 06:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2020, 06:30 Uhr

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