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Friedens-Impulse von unten

Friedensforscher Johan Galtung mit harscher Kritik an den USA

Mit einer Auftaktkundgebung auf dem Marktplatz startete am Samstag die „Friedensstadt Tübingen“. Viele Redner erhoben ihre Stimme für den Frieden und gegen Krieg – und vor allem gegen die „imperialistischen USA“.

18.07.2011

Von axel habermehl

Tübingen. Die Kundgebung eröffnete Henning Zierock von der „Gesellschaft Kultur des Friedens“, der sich vehement gegen deutsche Rüstungsexporte aussprach und dafür von den rund hundert Versammelten viel Beifall erntete. Er betonte die Bedeutung, die Städte und Kommunen weltweit bei der Verbreitung des Friedens hätten: „Städte können Außenpolitik mitgestalten“, sagte Zierock. Oberbürgermeister Boris Palmer begrüßte die „Friedensstadt“. Tübingen zeichne sich auch dadurch aus, „dass die Menschen hier für andere Menschen einstehen“, so Palmer.

Sein Folgeredner, der norwegische Friedensforscher Johan Galtung, kritisierte die westliche Außenpolitik, besonders die der Vereinigten Staaten: „Die USA haben seit 1805 weltweit 17 bis 20 Millionen Menschen getötet, das sind viel mehr als Hitler, wenn auch in einem größeren Zeitraum“, sagte der 80-jährige Träger des Alternativen Nobelpreises.

Deutschland sei „Teil des US-Imperialismus“, fügte er an. „Der Herr Deutschlands sitzt seit 1945 in Washington und der heilige Geist ist die Nato.“ Auch Galtung betonte die wachsende Bedeutung von Städten bei Friedensinitiativen weltweit und appellierte an Palmer: „Verbünden Sie sich mit anderen Städten!“

Außerdem plädierte er gegen die westlichen Militäroperationen in Libyen. Der israelische Friedensaktivist Reuven Moskovitz stellte den Nahostkonflikt in den Mittelpunkt seiner Rede: „Israel hat als Traum angefangen, heute ist es ein Albtraum“, sagte er. Besonders kritisierte er den Umgang der israelischen Behörden mit Teilnehmern der „Free Gaza Flotte“. Moskovitz sagte, er hoffe auf „einen großen Beitrag Deutschlands und der Friedensstadt Tübingen bei der Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern“.

Weitere Grußworte sprachen die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel (Die Linke), der Botschafter Boliviens in Deutschland, Walter Magne Veliz, und der griechische Publizist und Friedensaktivist Asteris Koutoulas. Sie alle sprachen sich für soziale und pazifistische Bewegungen „von unten“ aus.

„Städte können Außenpolitik mitgestalten“, hieß es bei der Eröffnung der „Friedensstadt“ am Samstag auf dem Holzmarkt. Der norwegische Friedensforscher Johan Galtung fügte an: „Verbünden Sie sich mit anderen Städten!“Bild: Faden

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Erstellt:
18. Juli 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Juli 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2011, 12:00 Uhr

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