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Würth hat Angst vor Anschlägen

Freie Durchfahrt unter dem Verwaltungsgebäude wird verboten

Mit der Sperrung einer bisher öffentlichen Straße will Reinhold Würth seine Firmenzentrale vor Sprengstoffanschlägen schützen. Der Unternehmer wurde zuletzt heftig für seine Flüchtlingshilfe kritisiert.

15.10.2015
  • HANS GEORG FRANK

Künzelsau Die Reinhold-Würth-Straße in Gaisbach, dem größten Stadtteil von Künzelsau im Hohenlohekreis, führt mitten durch das Gelände des namensgebenden Unternehmers. Einst war die Umbenennung des Maienwegs eine Ehrensache, heute wird die Verbindungsstraße als Sicherheitsrisiko angesehen. Die knapp einen Kilometer lange Straße führt unter dem 1992 eingeweihten Verwaltungsgebäude des Montagekonzerns hindurch. Durch den jetzt begonnenen Bau einer 760 Meter langen Nordspange zur Bundesstraße 19 kann die Gefahrenstelle beseitigt werden.

In einem Interview sagte der 80-jährige Patriarch nach dem feierlichen Spatenstich: "Bei den im Moment unsicheren Verhältnissen kann man nicht ganz ausschließen, dass irgendjemand einen mit Sprengstoff beladenen Kleinlaster da drunter stellt und explodieren lässt und damit das ganze Gebäude einreißen würde." Reinhold Würth sprach in diesem Zusammenhang auch von "einem IS-Simpel", der "das ganze Ding" in die Luft jagen könnte. Diese Gefährdung soll "auf jeden Fall" verhindert werden. Deshalb werde die Straße "entwidmet", wie die Sperrung für die Allgemeinheit im Amtsdeutsch heißt.

Den Verzicht auf die freie Fahrt über die Reinhold-Würth-Straße lässt sich das florierende Unternehmen auch etwas kosten. Für die so genannte Nordanbindung des Dorfes zahlt es 3,6 Millionen Euro. Damit wird allerdings auch der Lkw-Verkehr von und zu Würth mit täglich etwa 800 Tonnen Fracht wesentlich erleichtert.

Diese Entscheidung habe nichts mit der - noch immer nicht aufgeklärten - Entführung des Würth-Sohnes Markus zu tun, verlautete aus Firmenkreisen. Allem Anschein nach wird die Sicherheit nun auch verstärkt, weil Würth wegen seiner aktuellen Unterstützung von Flüchtlingen massiv angefeindet wird. Die Nachricht vom Umbau eines Firmengebäudes in Kupferzell zur kostenlosen Unterkunft für 50 Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, löste dem Vernehmen nach heftigen Widerstand aus. Würth wurde aufgefordert, ein solches Wohnheim lieber neben seinem Schloss zu errichten. Der Unternehmer sieht Flüchtlinge als "eine große Chance für unser Land" und macht aus einer Akademie für die Fortbildung seiner Mitarbeiter ein Intergrationszentrum für Ausländer.

In Gaisbach befindet sich der Sitz der Deutschland-Zentrale des global agierenden Handelskonzerns. Die Firma beschäftigt dort rund 2500 Mitarbeiter. Derzeit entsteht in dem Stadtteil mit 1900 Einwohnern eine neue Niederlassung für 25 Millionen Euro. Am 2. Dezember folgt der erste Spatenstich für die Carmen-Würth-Halle, ein Kongress- und Konzertzentrum samt Museum, das wohl 55 Millionen Euro kosten wird und am 18. Juli 2017 fertig sein muss - an dem Tag wird die Frau des Unternehmers 80.

Freie Durchfahrt unter dem Verwaltungsgebäude wird verboten
Reinhold Würth lässt die Straße unterhalb der Würth-Firmenzentrale sperren: Der Chef des Montagekonzerns hat Angst vor einem Attentat. Foto: dpa

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15.10.2015, 12:00 Uhr
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