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Opa-Otto-Brot für Christus

„Frei und unverboten“: Die „Christlichen Bäcker“ konferierten in Nehren

Nach klaren Richtlinien im Zeichen des Retters der Welt verlangt es in einer Zeit der Wirrnis die „Christlichen Bäcker“ in Württemberg: Die „Christliche Bäckerei- und Konditorenvereinigung“ traf sich in der Nehrener Festhalle zu ihrer Herbstlandeskonferenz.

20.10.2015
  • Jürgen Jonas

Im September war der Nehrener Berthold Streib in München bei der internationalen Bäckereiausstellung, der Weltmesse für Bäckerei, Konditorei und Snacks. Dort hatte die „Christliche Bäcker- und Konditorenvereinigung (CBKV)“, deren Vorsitzender in Württemberg er ist, einen Stand, der geradezu „überrannt“ gewesen sei. Eine Frau aus Nigeria habe gefragt, was hier verkauft werde. „Nix!“, antwortete der Nehrener – man verkündige als Bäcker die Botschaft des Retters der Welt. Die Pastorengattin, die aus Geldgründen eine kleine Bäckerei betreibt, umarmte ihn, in der Freude über „die ersten Christen“, die sie in Europa traf.

Durch solche Begegnungen werde Streib „gestärkt an der Seele“ – was er auch den Gästen der Herbstlandeskonferenz wünschte, die er am Sonntagnachmittag in der Nehrener Festhalle eröffnete – bei Kaffee, Kuchen und Brezeln, gespendet von Bäckereien der Umgebung.

Siebzig Stühle waren besetzt, angereist waren Bäcker aus Heilbronn, Pforzheim oder Biberach. Zumeist Mitglieder des Christlichen Vereins junger Menschen – die CBKV ist einer seiner Zweige. Allerdings lag das mittlere Alter der Anwesenden deutlich über der Ruhestandsgrenze. Streib wusste nur noch von vier oder fünf Anwesenden, dass sie in der Backstube stehen: In einer Zeit der Wirrnis und des Umbruchs gelte es, mit Christus an Leib und Seele gesund zu bleiben, sagte Streib.

Vor einem großen Plakat mit einem Wort aus dem Johannes-Evangelium („Ich bin selbst das Brot des Lebens“) dankte Bäckermeister Ernst Zimmermann Gott in einem Gebet, dass er die Bäcker nach Nehren gerufen habe – „frei und unverboten“, was nicht selbstverständlich sei. Gemeinsam wurde gesungen, „O komm, du Geist der Wahrheit“, begleitet von den CBKV-Bläsern.

Ein Grußwort der Innung sprach Regionalobermeister Michael Winter aus Neuhausen, selbst im CVJM aktiv: Für klare Entscheidungen seien die Bäcker berufshalber prädestiniert, so Winter – was Mehlauswahl, Rezeptur, Teigtemperatur und Brotqualität angehe, nicht zuletzt dabei, den Preis festzulegen. Und dann der Kunde, „der sich für uns entscheidet, so Winter – vielleicht für jenes „Opa-Otto-Brot“, einen Laib mit spezieller Familiengeschichte in einem besonderen Betrieb. Und nicht für die Massenware von Aldi, Lidl und Penny: „Gott schütze unser Bäckerhandwerk!“

Wen anrufen ohne Wunder?

Den Brotlaib, den Winter mitbrachte, durften der Gast der Konferenz, der Jurist und Theologe Professor Gerhard Maier, mit nach Hause nehmen. Der ehemalige Studienleiter im Bengel-Haus hielt die Predigt unter dem Titel: „Eine klare Entscheidung ist nötig“. Die bezog sich übrigens auf Petrus‘ Aussage, der Menschensohn sei der Sohn Gottes.

Fragen an ihn stellte Johannes Lieb, der Geschäftsführer des Landesverbandes, der den Professor und Doktor als „Blitzgescheiten“ vorstellte. Bei einer Bibelwoche widerfuhr ihm als jungem Mann ein Erweckungserlebnis, worauf er sich für „die Nachfolge Jesu“ entschied. Maier, auch ehrenamtlicher Vorsitzender der „Indianer Pionier Mission“ (die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Indianerstämmen in Südamerika einen persönlichen Zugang zu Christus zu ermöglichen), ist ein strikter Gegner der historisch-kritischen Methode. Denn: Wenn keine Wunder übrigblieben, „wen rufe ich an?“ Klare Ansagen seien nötig, denn „alles geht drunter und drüber“. Aus der Rheinischen Kirche werde vermeldet, eine Mission der Muslime sei nicht erforderlich, vor 15 Jahren sei man sich in der Landeskirche noch einig gewesen, gleichgeschlechtliche Paare niemals in Pfarrhäusern einziehen zu lassen. Unerhört, die 180-Grad-Drehung, die hier erfolgt sei – fand jedenfalls der ehemalige Landesbischof.

Heutigen Theologen scheine Christus ein Christus unter vielen zu sein, so Maier – den Messias nennen sie „unmessianisch“, Aussagen, die ihn im Inneren seines Glaubens träfen. Klare Abgrenzungen seien nötig: Gemeinsames Gebet ist nicht möglich, die Gebote sind ewig, andere Religionen können nicht bereichern. Die gastgebenden Bäcker in Nehren, so Maier, hätten es leicht im Gegensatz zu Theologen: Sie könnten einfach bekennen „Dees glaub i!“ Den christlichen Bäcker empfahl er abschließend, weiteren missionarischen Eifer zu entwickeln.

„Frei und unverboten“: Die „Christlichen Bäcker“ konferierten in Nehren
Zwischen Horn und Hörnchen: Die christlichen Bäcker Württembergs in Nehren bei ihrer Herbstversammlung.Bild: Franke

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20.10.2015, 12:00 Uhr
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