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Frauenmorde schrecken Italiens Öffentlichkeit auf

76 Frauen wurden seit Jahresbeginn in Italien ermordet, die meisten von Partnern oder Ex-Freunden. Nun wird eine Sonderkommission einberufen.

06.08.2016
  • BETTINA GABBE

Rom. Vania Vannucchi kämpfte einen Tag lang ums Überleben, nachdem ihr Ex-Geliebter sie mit Benzin übergossen und angezündet hatte. Wenige Stunden, nachdem die Krankenschwester in Pisa ihren Verbrennungen erlag, gestand ein Mann in Süditalien, seine Freundin mit zwölf Messerstichen getötet zu haben. Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des italienischen Innenministeriums 76 Frauen ermordet, die meisten von Freunden, Ehegatten oder Ex-Partnern. Daraufhin richtete Gleichberechtigungsministerin Maria Elena Boschi eine interministerielle Sonderkommission ein.

An die Frauenmorde, die immer wieder die Öffentlichkeit aufschrecken, „können und wollen wir uns nicht gewöhnen“, sagt die Ministerin. Die von ihr dringlich einberufene Kommission soll allerdings erst in rund einem Monat zusammentreten. Grund zur Sorge gibt es aus Sicht der Polizei: „Alle Frauen, die Opfer von Misshandlung, Verfolgung oder auch nur Belästigung sind, sollten sich an die Ordnungskräfte wenden“, mahnt Silvia Cascino von der Polizei von Lucca nach dem Tod der Krankenschwester aus der toskanischen Stadt. Dort gebe es eigens ausgebildetes Personal. „Es geht nicht nur um Anzeigen, es gibt auch andere Wege“, sagt die Polizistin angesichts der Angst vieler Frauen, Stalker und Ex-Partner anzuzeigen, die kein Nein akzeptieren. Jede vierte Frau in Italien wurde bereits Opfer sexueller Gewalt. Die Dunkelziffer schätzen Experten wesentlich höher ein. Auch die Krankenschwester aus Lucca hatte ihren Ex-Geliebten nicht angezeigt, obwohl der Familienvater ihr seit dem Ende ihrer Beziehung vor einem Jahr nachstellte.

Vania Vannucchi hatte Anfang der Woche eingewilligt, ihren Ex-Geliebten zu treffen, nachdem er ihr versprochen hatte, ihr das am Vortag entwendete Handy zurückzugeben. Die Aufnahmen der Videoüberwachung des Krankenhauses in Lucca, in dem sie arbeitete, zeigen einen heftigen Streit. Anschließend floh sie vor ihrem Peiniger in ihr Auto. Doch diesem gelang es offenbar, sie im Wagen mit Benzin zu übergießen und anzuzünden. Als Arbeiter zu Hilfe eilten, gelang es ihr noch, ihnen den Namen ihres Ex-Geliebten zuzurufen. Als die Polizei ihn in seiner Wohnung festnehmen wollte, war er dabei, einen Overall zu waschen. Zwei Brandverletzungen an den Armen habe er sich in den vergangenen Tagen bei häuslichen Reparaturarbeiten zugezogen, erklärte er.

Der Mann, der wenige Stunden später seine Frau erstach, zeigte sich selbst an. Beide hatten in der Nähe von Caserta in einem Wohnmobil gelebt. Er habe in einem Anfall blinder Wut zugestochen, gestand der 55-Jährige. Den Leichnam der Frau legte er in einem Schlafsack in der Nähe des Steinbruchs ab, an dem ihr Wohnmobil stand.

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06.08.2016, 06:00 Uhr
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