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Fr., 12.8.: Hail, Caesar!

Hail, Caesar!

Die Komödie der Brüder Coen nimmt die verschrobenen Protagonisten der klassischen Hollywood-Ära aufs Korn.

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01.03.2016
  • Ulla Steuernagel

Eddie Mannix (Josh Brolin) hat viel am Hals und kann also nicht immer wählerisch sein. Der Hollywood-Produktionsmanager teilt schon mal kräftig aus, und dann muss er wieder mal die Witwenkasse der Polizei füttern. Mannix ist ein Multitasker: Während er den prallen Geldkoffer zu schließen versucht, einem unterbelichteten Westernstar sein Ohr schenkt, versichert er seiner Frau in amerikanischer Telefon-Abschiedsfloskelweise: „Ich liebe dich auch!“ Mannix muss den Abwerbeversuchen der Firma Lockheed widerstehen und sich von den einander hassenden Reporterinnen-Zwillingen (Tilda Swinton in Doppelrolle) nerven lassen.

Das Schlimmste aber ist, und das lässt ihn täglich zum Beichtstuhl rennen, dass er seine Frau anlügt. Er hintergeht sie mit Zigaretten.

Mannix ist nicht der Einzige, der im neuen und sehr unterhaltsamen Film der Coen-Brüder Ärger an der Backe hat. DeeAnna (Scarlett Johansson) passt kaum noch in ihren Nixenschwanz, denn sie ist schwanger, Westernheld Hobie (Alden Ehrenreich) soll als Salonlöwe brillieren und ist ohne Pferd nur unbeholfen. Und allen voran: Baird Whitlock (George Clooney), der tumbe, aber gutmütige Star eines Sandalenfilms, wird von einem „Studienkreis“ entführt und kurzerhand zum Antikapitalisten.

Das Ganze ist eine rasante Tour durch die Genres, die das alte Hollywood ausmachen: vom biblischen Monumentalschinken über Western, Schwarze Serie bis zum Musikfilm. Es sind grandiose Choreografien, die die Coen-Brüder hier abliefern. Man weiß gar nicht, was toller ist: das Farbspektakel des Wasserballetts mit der schlechtgelaunten schwangeren Zentralnixe oder die absolute Präzision und Perfektion einer steppenden Matrosentruppe. Dann wiederum machen sich die Regisseure über einen Club von Salonkommunisten lustig, der sich ausgerechnet einen Kleinstköter-Inhaber und Schönling zum Helden auserkoren hat und ihn mit finsteren Galeerensklaven-Entschlossenheit zu einem sowjetischen U-Boot rudert.

Die Coens switchen meisterhaft von einem Film zum anderen, von Studio zu Studio, von Szene zu Szene. Doch der Hauptfilm ist genauso echt oder unecht wie die Unterproduktionen, Gefühle sind ziemlich klein gehalten und alles löst sich auf undramatisch schmierige Weise in Wohlgefallen auf. Es könnte ewig so weitergehen.

Viel Klamauk und kein Blutbad, das wird auch die zarter Besaiteten der Coen-Fans freuen.

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01.03.2016, 09:14 Uhr
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