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Erfolge gegen Hunger

Fortschritte in vielen Ländern - Rückschläge durch Konflikte

Der Welthungerindex 2015 zeigt: Unterernährung kann überwunden werden. Es gibt große Fortschritte. Aber: Größter Hungertreiber sind Konflikte. Davon sind zurzeit 172 Millionen Menschen betroffen.

13.10.2015
  • ANDRÉ BOCHOW

Berlin Zum zehnten Mal legt die Welthungerhilfe gemeinsam mit dem Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik (IFPRI) ihren Bericht zur Welternährung vor. IFPRI-Vertreter Klaus von Grebmer beschreibt sein Dilemma. Einerseits hungern "weltweit immer noch 795 Millionen Menschen. Mehr als jedes vierte Kind leidet unter chronischer Unterernährung und 10 Prozent aller Kinder weltweit sind von akuter Unterernährung betroffen."

Andererseits zeigt der Hungerindex erstaunliche Fortschritte. Ergebnis: In den Entwicklungsländern ist er seit dem Jahr 2000 um 27 Prozent gesunken. In siebzehn Ländern sogar um mindestens 50 Prozent. Darunter sind Länder wie Kirgistan, Brasilien, Peru oder Kroatien. Sehr deutlich ging der Hunger auch in Angola, Äthiopien oder Ruanda zurück, nachdem dort blutige Bürgerkriege beendet wurden. Große Fortschritte machten China, Vietnam und Thailand. In keinem Land, aus dem es verlässliche Daten gibt, ist die Hungersituation "gravierend".

Hungerkatastrophen, denen Hunderttausende zum Opfer fallen gibt es nicht mehr. Allerdings fehlen die Ernährungsdaten etwa für Syrien, den Kongo, Sudan, Südsudan, Eritrea, Libyen oder Somalia. Von diesen muss man annehmen, dass dort große Bevölkerungsteile hungern.

Die Erfolge beim Kampf gegen den Hunger sieht Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, "als Ergebnis einer koordinierten Arbeit" von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen. "Wir erleben aber auch", so Dieckmann, "dass bewaffnete Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen die größten Hungertreiber sind und in den nächsten Jahren sein werden." Die Flüchtlingskrise sei ebenfalls zu einem erheblichen Teil die Folge dieser Kriege.

Die Welthungerhilfe könne in vielen Ländern, statt Entwicklungszusammenarbeit zu leisten, oft nur noch humanitäre Hilfe organisieren. "Wir arbeiten auch in Ländern, in denen der Zugang zu Menschen, die Hilfe brauchen, nicht immer gewährleistet ist." Das gelte nicht zuletzt für Syrien, einem Land von dem sich Dieckmann vor Jahren nicht hätte vorstellen können, dass dort die Welthungerhilfe "schwerpunktmäßig tätig sein müsse". Ein anderes dramatisches Beispiel sei Afghanistan. 2001 seien sechs Millionen Flüchtlinge dorthin zurückgekehrt. Nun würden wieder viele Afghanen ihr Land verlassen.

172 Millionen Menschen sind von bewaffneten Konflikten betroffen, sagt Dieckmann. "Es war vorauszusehen, dass sich daraus eine Fluchtbewegung entwickeln würde. Man hätte früher handeln können."

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13.10.2015, 12:00 Uhr
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