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Tübingen · Cyber Valley

Forscht in Tübingen der Geheimdienst?

An der Finanzierung einer Arbeitsgruppe wird Kritik laut. Die Universität kann das nicht nachvollziehen.

19.05.2020

Von Lisa Maria Sporrer

Einem Bericht der Informationsstelle Militarisierung zufolge, werden Tübinger Cyber-Valley Forscher von der US-Geheimdienstbehörde IARPA finanziert. „Die IARPA fördert die Arbeitsgruppe ‚Neuronal Intelligence‘ des Cyber Valley. Das entsprechende Forschungsprojekt (NINAI) nennt darüber hinaus zwei StartUp-Unternehmen als Partner, an denen ein Professor der Universität Tübingen beteiligt ist“, schreibt das Bündnis gegen das Cyber Valley in einer Erklärung. Auch die Linke-Gemeinderatsfraktion kritisiert die finanzielle Förderung: „Die ständigen Beteuerungen, am Cyber Valley gäbe es keine militärische Forschung und keine Entwicklung von Überwachungs-Technologien, entlarven sich als Heuchelei“, teilt sie mit.

Von militärischer Forschung oder Überwachung könne aber überhaupt keine Rede sein, teilt die Universität Tübingen mit. Die Forschungsgruppe über neuronale Intelligenz ist Teil eines multi-universitären Teams innerhalb des Projekts „Machine Intelligence from Cortical Networks“ (Microns), in dem große neurowissenschaftliche Datenmengen aus der Gehirnrinde der Maus analysiert werden. Dieser Datensatz wird von dem multi-universitären Team der Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt. Bereits im Juli 2014 – da gab es das Tübinger Cyber Valley noch nicht, der Startschuss für das Cyber Valley fiel am 15. Dezember 2016 – habe die IARPA zu einer Informationsveranstaltung an der University of Maryland, College Park, eingeladen, um das Projekt Microns vorzustellen. Im Anschluss daran haben sich verschiedene Forschungsgruppen aus den USA um eine Förderung im Rahmen von Microns beworben. Den Zuschlag erhielten schließlich drei Forschungsgruppen der Universitäten Harvard und Princeton sowie des Baylor College of Medicine. Der Projektleiter am Baylor College, Professor Andreas Tolias, vergab daraufhin Teilprojekte mit einer Förderung von 940 000 Euro nach Tübingen.

„Das Rektorat der Universität hat das Forschungsprojekt Microns im Jahr 2014 erörtert. An der Finanzierung des Projekts durch IARPA wurde kein Anstoß genommen, da hier kein Verstoß gegen die Zivilklausel der Universität vorliegt“, teilt die Pressestelle auf Nachfrage mit. Die Finanzierung der Projekte des Cyber Valley sei transparent und nachzulesen unter: https://cyber-
valley.de/de/faqs# who-finances-cyber- valley
.

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Erstellt:
19. Mai 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Mai 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2020, 01:00 Uhr

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