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Forscher wollen Projekte einfach darstellen
Medienforscher Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim. Foto: dpa
„Mehr Durchblick in der Bürgerbeteiligung“

Forscher wollen Projekte einfach darstellen

Projekte, an denen sich Bürger beteiligen können, sind manchmal kompliziert. Forscher arbeiten nun daran, die Dinge einfacher darzustellen.

09.08.2016
  • LSW

Stuttgart. „Mehr Durchblick in der Bürgerbeteiligung“ ist das Motto eines Forschungsprojekts von Kommunikationswissenschaftlern der Uni Hohenheim und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider erläutert das Vorgehen.

Herr Brettschneider, warum forschen Sie an der Visualisierung in Bezug auf Bürgerbeteiligung?

FRANK BRETTSCHNEIDER: Viele Planungen von Gebäuden oder Anlagen sind sehr komplex. Die Planungsunterlagen sind für Laien kaum verständlich. Visualisierungen können hier helfen, indem sie Bauvorhaben anschaulich machen. Und sie helfen dabei, Varianten zu diskutieren. Visualisierungsarten reichen von Plänen, über Architektenmodelle, Fotomontagen, Filme bis hin zu 3D-Darstellungen in einer virtuellen Realität. Wir untersuchen, welche Art sich in welcher Phase für wen eignet.

Für welche Art von Projekten bietet sich eine Einbindung an?

BRETTSCHNEIDER: Bürgerbeteiligung bietet sich für jede Art von Projekten an. Grundsätzlich gilt: Je früher, desto besser. Damit Beteiligung wirkungsvoll ist, müssen Gestaltungsspielräume bestehen. Wenn es die nicht gibt, sollte man sie entweder schaffen – oder aber keine Beteiligung durchführen.

Wie lässt sich die Schwelle senken, dass Bürger aller Schichten an Beteiligungsprozessen teilnehmen?

BRETTSCHNEIDER: Besonders häufig nehmen Ältere, Männer und höher Gebildete an Beteiligungsprozessen teil. Die Jüngeren, Frauen und Menschen mit niedrigerer Schulbildung sind deutlich schwerer zu erreichen. Diese Personengruppen muss man aufsuchen – oder versuchen, sie mit Hilfe von Multiplikatoren zu erreichen, etwa mit Hilfe von Jugendgruppen. Auch kann man versuchen, Bürger-Veranstaltungen frauen- und familienfreundlich zu organisieren.

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09.08.2016, 06:00 Uhr
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