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Kolonialgut

Forderung nach mehr Transparenz

In Museen befinden sich unzählige Objekte. Wissenschaftler wollen rasch Zugang zu Bestandslisten.

18.10.2019

Von DPA

Berlin. Die Rückgabe von Kolonialobjekten aus deutschen Sammlungen muss aus Sicht internationaler Wissenschaftler durch eine rasche Öffnung der Museumsinventare beschleunigt werden. Dafür werde „unbeschränkter und unkontrollierter Zugang“ zu den Bestandsverzeichnissen gefordert, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Appell an die Kulturminister von Bund und Ländern.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwies auf „große Anstrengungen“, Bestände offen zu legen und Transparenz zu schaffen. „Die Realität der Museen ist längst von intensiver Zusammenarbeit geprägt“, hieß es in einer Mitteilung der von Bund und Ländern getragenen Stiftung mit rund zwei Dutzend bedeutenden Kunstsammlungen. Die Debatte um Objektbiografien afrikanischer Bestände sei kein neues Thema. Seit Jahren gehöre es zum Alltag der Kuratoren des Ethnologischen Museums, alle Anfragen zu den Sammlungen zu beantworten und umfassend Auskunft zu geben.

Die Zahl der möglicherweise in kolonialen Zusammenhängen nach Deutschland gelangten Stücke ist immens. Allein beim Ethnologischen Museum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz geht es um eine halbe Million Objekte.

Kein Grund zu warten

Der Appell der Wissenschaftler ist unterzeichnet etwa von der in Berlin lehrenden Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy, dem Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer und dem senegalesischen Ökonomen Felwine Sarr. Die Wissenschaftler bezeichneten es als „Skandal, dass es trotz der anhaltenden Debatte noch immer keinen freien Zugang zu den Bestandslisten der öffentlichen Museen in Deutschland gibt“. Kenntnis der Bestände sei die Grundlage für jeden Dialog. „Um Transparenz zu schaffen, sind keine langwierige Datenaufbereitung und abgeschlossenen Digitalisierungsprojekte erforderlich.“ Die Arbeit an den Inventaren werde nie fertig sein. „Es gibt keinen Grund zu warten.“

Am Mittwoch hatten Bund und Länder die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle beschlossen, um die Rückgabe von Kolonialobjekten zu vereinfachen. Menschen und Institutionen aus Herkunftsstaaten und betroffenen Gesellschaften können sich dort über Bestände von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland informieren. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: „Zahlreiche deutsche Museen und andere Institutionen arbeiten bereits an einer Inventarisierung und Digitalisierung ihrer Bestände und stellen Daten zur Verfügung, die in die beratende und vernetzende Arbeit der Kontaktstelle einfließen können.“ dpa

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Erstellt:
18. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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