KfW

Förderbank schüttet Rekordsumme für Hilfen aus

Bis Ende Juni sind 70 000 Anträge für Corona-Kredite eingegangen.

13.08.2020

Von ROLF OBERTREIS

Die KfW fördert auch den Wohnungsbau. Foto: Ole Spata/dpa

Frankfurt/Main. Mit mehr als 76 Milliarden Euro die höchste Förderleistung ihrer Geschichte in einem Halbjahr, aber auch ein hoher Verlust von 576 Millionen Euro: Die ersten sechs Monate des Jahres 2020 sind bei der staatlichen Förderbank KfW massiv durch die Folgen der Corona-Pandemie geprägt. Für KfW-Vorstandschef Günther Bräunig war die Strategie des Instituts richtig, schließlich sei die deutsche Wirtschaft in der Corona-Krise so stark eingebrochen wie nie. „Das entschlossene Vorgehen der Bundesregierung, bei dem die KfW-Corona-Hilfe ein wichtiger Baustein ist, zeigt Wirkung.“

Bis Ende Juni hat die Bank rund 70 000 Corona-Kreditanträge angenommen und 33,6 Milliarden Euro ausbezahlt. Bis Dienstagabend kletterte die Zahl der Anträge auf 81 539, von denen 99,7 Prozent bereits abschließend bearbeitet wurden. 42,6 Milliarden Euro an die Förderbank mittlerweile zugesagt.

97 Prozent der Hilfen gehen an kleine und mittelgroße Unternehmen, 99,8 Prozent der fast 82 000 gewährten Kredite haben ein Volumen von weniger als 3 Millionen Euro, nur 26 Anträge lagen und liegen bei mehr als 100 Millionen Euro. Unter anderem hatten Lufthansa und Adidas von der KfW in Kooperation mit Geschäftsbanken Kreditzusagen in Höhe von jeweils 3 Milliarden Euro erhalten.

Auch Studentinnen und Studenten wird unter die Arme gegriffen. Der KfW-Studienkredit wird noch bis Ende März nächsten Jahres zinsfrei angeboten. Rund 24 000 Studierende hätten mittlerweile einen Kredit beantragt, das gesamte Volumen liege bei rund 700 Millionen Euro, berichtet die KfW. Das sei das Fünf- bis Sechsfache im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019.

Insgesamt hat die KfW im ersten Halbjahr Förderkredite im Umfang von insgesamt 76,2 Milliarden Euro zugesagt, doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Im Inland erhöhte sich das Volumen aufgrund der Corona-Hilfsprogramme sogar um das Dreifache auf 63 Milliarden Euro. Auch in der Wohnbauförderung und bei der Unterstützung von Startups gab es deutliche Zuwächse. Dagegen stagnierte die Förderung der Schwellen- und Entwicklungsländer bei einem Volumen von insgesamt zwei Milliarden Euro.

Freilich führen die Hilfen auch zu einer erheblichen Belastung der Förderbank. Das Betriebsergebnis sei mit 967 Millionen Euro rund 120 Millionen Euro höher als im Vorjahr und damit sehr erfreulich, sagt Bräunig. „Aber die Corona-Krise hat die Ertragslage stark belastet“. Für mögliche Kreditausfälle hat die Bank 1,1 Milliarden Euro zurückgestellt. Bislang habe es nur aber vereinzelt Ausfälle gegeben, betont der KfW-Chef. Rolf Obertreis

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Erstellt:
13. August 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. August 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. August 2020, 06:00 Uhr

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