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Preispolitik

Flüge wieder günstiger

Die Billiganbieter Easyjet und Eurowings haben den Ausfall von Air Berlin am Flughafen Stuttgart kompensiert. Das Angebot ist jetzt größer als zuvor.

13.02.2018

Von BARBARA WOLLNY

Der britische Billigflieger Easyjet und die Lufthansa-Tochter Eurowings fliegen seit Kurzem Stuttgart an. Foto: Flughafen Stuttgart

Stuttgart. Die beliebtesten Ziele ab Stuttgart bleiben im Inland Berlin und im Touristikverkehr Palma de Mallorca. Daran hat sich seit Jahren nichts verändert. „Nach dem Ausfall der Air Berlin vergangenen Sommer hatten wir vorübergehend zu wenig Kapazität auf der wichtigen Berlin-Strecke. Das hat sich für eine gewisse Zeitspanne auch durch höhere Ticketpreisen bemerkbar gemacht“, sagt Beate Schleicher vom Flughafen Stuttgart. „Die Angebotslücken waren jedoch schnell wieder besetzt.“

Unterm Strich habe der Flughafen jetzt mit dem Lufthansa-Ableger Eurowings und dem neu eingestiegenen britischen Billigflieger Easyjet ein größeres Angebot auf der Strecke als zuvor. Von diesem erhöhten Wettbewerb profitierten Fluggäste, die wieder günstigere Tickets – auch nach Berlin – buchen könnten.

Stuttgarter bleibt auf Platz 8

Nach der jüngst veröffentlichten Jahresstatistik des Flughafenverbands ADV wurden 2017 auf den deutschen Flughäfen rund 238 Millionen Fluggäste gezählt. Größter Airport mit 64 Millionen Passagieren bleibt Frankfurt, gefolgt von München mit 44 und Berlin mit 33 Millionen Fluggästen. Elf Millionen wurden in Stuttgart registriert, ein solides Plus von gut drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bedeutet Platz 8 unter den deutschen Verkehrsflughäfen.

Die Auslastung der Maschinen hat bei allen Airlines zugenommen, auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, der größten Airline am Landesflughafen. „Selbstverständlich spielt Stuttgart weiterhin eine wichtige Rolle in unseren Planungen“, sagt ein Eurowings-Sprecher. „Das Wachstum von knapp 20 Prozent 2017 unterstreicht die Wichtigkeit des Standortes. Wir behalten die Märkte unter Beobachtung und analysieren, welche Geschäftsreiseverkehre beziehungsweise touristischen Verkehre wir ausbauen können.“

Turkish Airlines, Condor, TUIfly oder Sunexpress haben in Stuttgart ebenfalls zugelegt. „Der Anteil der als Low Cost Carrier bezeichneten Airlines wie Ryanair, Easyjet oder Vueling, liegt in Stuttgart bei rund fünf Prozent. Das Passagierwachstum wird derzeit vom gesamten Airlinemix getragen“, so Schleicher.

Allerdings haben sich auch nahezu alle Billigairlines ambitionierte Ziele für den weiteren Streckenausbau gesetzt. So wird die britisch-spanische Billigfluglinie Vueling ab Juni viermal wöchentlich Mallorca anfliegen. Die Flüge sind bereits auf der Website der Fluggesellschaft buchbar.

Beate Schleicher empfiehlt, für die besten Verbindungen und Preise auf den Internetseiten der Fluggesellschaften direkt nachzusehen, auch wenn das ein paar mehr Klicks als bei Vergleichs- oder Reiseportalen brauche. „Wenn man rund drei Wochen vorher bucht, findet man häufig sehr gute Preise.“

Dass die höheren Passagierzahlen 2017 auf das Konto von europäischen Verbindungen gehen und der innerdeutsche Flugverkehr im letzten Jahr kaum gewachsen ist, ist nicht die Folge von besseren Zug- oder Reisebusverbindungen, sondern der Air-Berlin-Insolvenz, die alle Flughäfen gleichermaßen betroffen hat, sagt Schleicher. Für den Landesflughafen gelte aber auch, dass die Großflughäfen Zürich, München und Frankfurt für die meisten Reisenden aus Baden-Württemberg innerhalb von zwei Autostunden erreichbar seien und somit mehr Alternativen zur Wahl stellten.

Frühzeitige Planung lohnt sich

Nimmt man die vorhandenen Bahn-, Fernbus- oder Straßenverbindungen dazu, kann ein Vergleich auf der Strecke Stuttgart–Berlin richtig Arbeit machen (siehe Vergleich im Infokasten). Er zeigt, dass sich im Flugverkehr vor allem eine frühzeitige Reiseplanung auszahlt.

Billig reisen kann man mit der Bahn. Wenn am gewünschten Reisetag ein Sparpreis angeboten wird und man vielleicht noch eine Bahnkarte hat, fährt man supergünstig und ohne weitere Zusatzkosten. Wenn nicht, sind die Kosten ähnlich hoch oder sogar höher als bei einem Inlandsflug. Dafür sitzt man deutlich länger – aber auch nur, wenn alles glatt läuft – annähernd sechs Stunden im Zug.

Außer Konkurrenz sind die Verbindungen mit dem Fernreisebus. Die Tickets kosten wenig, die Reisezeiten aber sind lang. Mit der kürzesten Verbindung ist man acht Stunden auf der Straße, was sich leicht auf das Doppelte steigern kann, je nachdem, welche Strecke gefahren wird.

Die Firma Locomore, ein privater Anbieter einer Zugverbindung auf der Strecke Berlin-Stuttgart, die seit August vergangenen Jahres wieder in Betrieb ist, kann eine Alternative sein. Die Preise liegen auf Busniveau, die Reisezeit unter sieben Stunden. Vertrieben werden die Tickets über das Fernbusunternehmen Flixbus, Eigentümer von Locomore ist das tschechische Zugunternehmen Leo Express.

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Erstellt:
13. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2018, 06:00 Uhr

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