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Flüchtlingskrise beeinträchtigt Tourismus
Ein kleines Fischerboot vor pittoresker Dorfkulisse. Das hat die Insel Lesbos noch immer zu bieten, doch die Touristen bleiben jetzt aus. Foto: Getty Images
Griechische Inseln in der Ostägäis melden dramatische Buchungsrückgänge

Flüchtlingskrise beeinträchtigt Tourismus

In den vergangenen drei Jahren verzeichneten die griechischen Hoteliers und Wirte einen Rekord nach dem nächsten. Jetzt könnte die Branche einen Knacks bekommen und zwar wegen der Flüchtlingskrise.

01.03.2016
  • GERD HÖHLER

Athen. Das Jahr 2015 war ein neues Rekordjahr für den griechischen Tourismus, das dritte in Folge: 23,6 Mio. Urlauber besuchten das Land, ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr stiegen um 6 Prozent auf 14,2 Mrd. EUR. Der Fremdenverkehr ist eine wichtige Säule der griechischen Wirtschaft. Er steuert ein Viertel zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und sichert jeden fünften Arbeitsplatz. Doch ausgerechnet in diesem Jahr, das dem Land ein Ende der siebenjährigen Rezession bringen soll, beginnt dieser Wachstumsmotor zu stottern. Die Bilder vom Flüchtlingschaos auf vielen Ägäisinseln und den endlosen Trecks der Migranten auf den griechischen Autobahnen verunsichern offenbar viele Urlauber.

Rund 25 000 Flüchtlinge sitzen derzeit in Griechenland fest. Der Weg über die Balkanroute nach Norden ist ihnen weitgehend versperrt, weil Transitländer wie Mazedonien und Serbien ihre Grenzen dichtmachen. Zugleich strömen immer mehr Flüchtlinge aus der Türkei über die Ägäis nach. Andreas Andreadis, der Präsident des Verbandes der griechischen Touristikunternehmen, fordert von der Regierung "pragmatische und umsetzbare Lösungen". Vor allem die Inseln der östlichen Ägäis kommen unter "immer größeren Druck", warnt Andreadis.

Betroffen sind in erster Linie jene Inseln, auf denen Hotspots für die Registrierung von Flüchtlingen eingerichtet wurden. Auf Lesbos, einem Brennpunkt des Flüchtlingsstroms aus der Türkei, melden die Hoteliers Buchungsrückgänge von 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der Insel Chios, die ebenfalls unmittelbar vor der türkischen Küste liegt und deshalb ein bevorzugter Anlaufpunkt für die Schleuser ist, beträgt der Rückgang 60 Prozent. Samos und Kos melden etwa 40 Prozent weniger Buchungen.

Für die ostägäischen Inseln sind das alarmierende Entwicklungen. Konstantina Svynou, die Vorsitzende der Hotelierskammer auf der Insel Kos, berichtet von Buchungsrückgängen um fast ein Fünftel auf dem deutschen und britischen Markt. Aus den skandinavischen Ländern kommen 35 Prozent weniger, auf dem holländischen Markt beträgt das Minus 42 Prozent.

Viele Hoteliers reagieren jetzt mit Preissenkungen und versuchen, Gäste mit Zusatzleistungen wie Rabatten für Ferien-Mietwagen anzulocken. Die Tourismusunternehmen zögern, Saisonkräfte für den kommenden Sommer einzustellen. Die Branche warnt vor den Folgen für die griechische Wirtschaft und ruft nach Steuererleichterungen. So fordern die Hoteliers von Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis eine Senkung der Mehrwertsteuer für Übernachtungen. Dafür braucht die griechische Regierung allerdings die Zustimmung der internationalen Kreditgeber.

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01.03.2016, 08:30 Uhr
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