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Pensionäre sollen Deutsch lehren

Flüchtlingsklassen: Kultusministerium schreibt ehemalige Lehrer an

Mit der steigenden Zahl an Flüchtlingen wird das Personal für den Deutschunterricht an Schulen knapp. Nun sollen Pädagogen im Ruhestand helfen: Das Kultusministerium will in Briefen um ihre Mithilfe bitten.

20.10.2015
  • OLIVER SCHMALE, DPA

Stuttgart Das baden-württembergische Kultusministerium will pensionierte Lehrer in den nächsten Tagen gezielt anschreiben, um sie für den Unterricht von Flüchtlingen zu gewinnen. "Sofern Sie es mit Ihrer Lebensplanung in Einklang bringen können, würde ich mich über Ihre Bereitschaft freuen, junge Flüchtlinge zu unterrichten", heißt es in dem Brief von Ressortchef Andreas Stoch (SPD). Die Pädagogen sollen in Vorbereitungsklassen unterrichten, die junge Asylsuchende fit für den Schulbesuch machen. In den Klassen geht es vor allem um die Vermittlung von Sprachkenntnissen.

Wie viele ehemalige Lehrer im Land angeschrieben werden sollen, war zunächst genauso unklar wie der Zeitpunkt des Versands. Die Zahl der Vorbereitungsklassen nahm wegen der steigenden Flüchtlingszahlen zu. Waren es im vergangenen Schuljahr 927 Klassen mit 12 850 Schülern, sind es aktuell 1878 Klassen mit 27 016 Schülern. Das Finanzministerium prüft gerade die rechtlichen Voraussetzungen, um Pensionäre wieder verstärkt einsetzen zu können.

Einem Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zufolge sei der Einsatz ehemaliger Lehrer nur in engen Grenzen möglich. So dürfen diese nur wenige Stunden pro Woche unterrichten. Beamte bekommen den Zuverdienst auf die Pension angerechnet. Sie dürfen nicht mehr verdienen als die Differenz zwischen der Pension und der früheren Besoldung - im Regelfall knapp 30 Prozent.

Von der oppositionellen FDP-Fraktion bekam Stoch Zustimmung. "Allerdings ist es bezeichnend, dass die Regierungspräsidien bereits im August aktiv wurden, die Landesregierung in den Startlöchern stecken bleibt und der Kultusminister das Thema jetzt im Alleingang angeht", sagte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Die Regierungspräsidien hatten bereits im August ausgeschiedene Mitarbeiter angeschrieben, um sie zur Mithilfe bei der Bewältigung der steigenden Flüchtlingszahlen zu gewinnen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Guido Wolf erklärte zu den Plänen des Kultusministeriums: "Die Prüfung einer Lockerung des Beamtenversorgungsgesetzes hätte schon längst erfolgen können." Erneut zeige sich, dass die Landesregierung und speziell Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) beim Thema Flüchtlinge Getriebene der aktuellen Situation seien. "Dass jetzt Kultusminister Stoch alleine vorprescht, zeigt doch, wie in den Reihen der Landesregierung der Kittel brennt."

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) äußerte sich kritisch. "Der Einsatz von Pensionären darf jedoch kein Dauerzustand sein", warnte der Verband.

Flüchtlingsklassen: Kultusministerium schreibt ehemalige Lehrer an
Eine Flüchtlingsklasse in Schwäbisch Gmünd: Das Land will für den Sprachunterricht Ex-Lehrer gewinnen. Foto: dpa

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20.10.2015, 12:00 Uhr
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