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Konferenz

Flüchtlinge als Fall für die Rechtsmedizin

Für Asylverfahren untersuchen die Ärzte die Narben auf Folterspuren. Immer häufiger werden sie gebeten, das Alter der angekommenen Jugendlichen festzustellen.

12.09.2017
  • DPA

Düsseldorf. Rechtsmediziner werden immer häufiger um Gutachten für Asylverfahren gebeten. So müssen sie mutmaßliche Folterspuren von Flüchtlingen untersuchen und bewerten. Ein großes Thema auf einem Symposium in Düsseldorf, auf dem derzeit 600 Rechtsmediziner aus aller Welt ihre Erfahrungen austauschen.

„Wir sehen da im Prinzip alles“, sagt Stefanie Ritz-Timme, Direktorin der Rechtsmedizin am Uniklinikum in Düsseldorf. „Bis hin zu allerschwersten Verstümmelungen.“

Viele Flüchtlinge geben an, sie seien in ihren Heimatländern gefoltert worden. „Im Asylverfahren wird ihnen in aller Regel erst mal nicht geglaubt“, sagt Ritz-Timme. Lange habe auch die Meinung vorgeherrscht, bei alten Narben seien keine genaue Rückschlüsse auf die Entstehung mehr möglich. „Das ist aber in vielen Fällen gar nicht so.“

Die Düsseldorfer Rechtsmedizin macht sich besonders für Folteropfer stark. In einer „Düsseldorfer Erklärung“ forderten Ärzte eine systematische und interdisziplinäre Begutachtung von Folterüberlebenden und mehr Hilfe für sie.

Die Ärzte müssen die Flüchtlinge körperlich untersuchen, sie müssen sich von den oft traumatisierten Betroffenen auch erzählen lassen, was ihnen zugefügt wurde. Wo genau sind die glühenden Zigaretten ausgedrückt worden? Was ist über den Körper gegossen worden?

Wunde verrät Art der Schläge

Der Bericht wird nach internationalen Standards mit den Narben auf Plausibilität abgeglichen: Doppelstriemige Hautunterblutungen weisen auf Stockschläge hin, Narben mit unregelmäßigem, kurvigen Verlauf auf Schläge mit Drahtkordeln. Allerdings: Viele Foltermethoden wie etwa Waterboarding oder Schlafentzug hinterlassen keine körperlichen Spuren.

Angesichts der vielen unbegleiteten jungen Flüchtlinge ohne Ausweispapiere werden Rechtsmediziner auch verstärkt um Altersschätzungen gebeten. Erlaubt ist das nur im Rahmen eines Strafverfahrens wie derzeit im Freiburger Prozess um den Mord an einer Studentin. Dazu gehören Röntgenaufnahmen des Gebisses und des Handwurzelknochens sowie Computertomographien der Schlüsselbeingelenke. Ritz-Timme: „Die Gelenk-Enden der Schlüsselbeine verknöchern am spätesten im Leben.“ dpa

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12.09.2017, 06:00 Uhr
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