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Wegen Geldwäsche vor Gericht

Flowtex-Millionen abgezwackt

Seit gestern muss sich die Ex-Frau des Flowtex-Chefs und Milliardenbetrügers Manfred Schmider vor Gericht verantworten. Sie soll versucht haben, Millionen aus Scheingeschäften beiseite zu schaffen.

26.08.2009

Von VOLKER KNOPF

Karlsruhe In seine letzten Runden geht der Flowtex-Skandal, der zu den größten Fällen von Wirtschaftkriminalität der Bundesrepublik zählt. Im Jahr 2000 flog das Scheingeschäft mit nicht vorhandenen Bohrsystemen in Ettlingen bei Karlsruhe auf. Der Schaden belief sich auf über zwei Milliarden Euro. Drahtzieher Manfred Schmider wurde zu rund zwölf Jahren Haft verurteilt und befindet sich, vorzeitig entlassen, längst wieder auf freiem Fuß. Seit gestern steht seine geschiedene Frau vor dem Karlsruher Landgericht. Geldwäsche lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Zu den Vorwürfen wollte sich die 62-Jährige, die von drei Verteidigern ins Karlsruher Landgericht begleitet wurde, nicht äußern. Nur Angaben zur ihrer Person machte die im schweizerischen Küssnacht lebende Frau. Nur 20 Minuten dauerte der Prozessauftakt, nur die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Mannheim wurde verlesen. Konkret wird Inge H. vorgeworfen, Anfang 2000, kurz nach der Verhaftung ihres damaligen Mannes, rund fünf Millionen Schweizer Franken vom Konto einer Stiftung abgezweigt zu haben. Der langjährige Vermögensverwalter habe es ihr zur Verfügung halten sollen. Zudem soll sie ein Chagall-Gemälde ihres Mannes aus dem Fundus des Milliarden-Betrugs an ihren Vermögensverwalter zur Aufbewahrung übergeben haben. Damit habe sie ein privates Darlehen in Höhe von 200 000 Mark absichern wollen. Intention, vermutet die Staatsanwaltschaft, sei gewesen, Geld und Gemälde am Insolvenzverwalter vorbei zu schleusen. Bei einer Verurteilung drohen der Frau bis zu fünf Jahre Haft.

Eigentlich hätte der Prozess bereits im Juni beginnen sollen. Wegen Krankheit der 62-Jährigen sowie Austausch eines Verteidigers wurde der Prozess jedoch zweimal verschoben. Sieben Verhandlungstage sind angesetzt. Mit einem Urteil ist Mitte Oktober zu rechnen.

Bereits heute, am zweiten Prozesstag, werden Zeugen aus der Schweiz per Video-Übertragung vernommen. "Big Manni" wird nicht dabei sein. Der Milliarden-Betrüger hat sein Zeugnisverweigerungsrecht in Anspruch genommen. In Medien wurde spekuliert, dass er mit seiner geschiedenen Frau bereits wieder ein Luxusleben führt.

Vor Gericht: Inge H., Ex-Frau von Flowtex-Betrüger Manfred Schmider, mit ihren Anwälten Thomas Nuzinger und Christian Prinz (rechts). Foto: dpa

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Erstellt:
26. August 2009, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
26. August 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. August 2009, 12:00 Uhr

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