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Wirtschaft

Fitschens Anklägerin muss in Zeugenstand

Staatsanwältin Christiane Serini ist im Prozess gegen Deutsche-Bank-Chef Fitschen eine zentrale Figur. Die Verteidiger meinen, sie habe sich verrannt.

14.10.2015
  • DPA

München Staatsanwälte und Verteidiger haben sich im Münchner Strafprozess gegen den Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch erneut einen Schlagabtausch geliefert. Anlass war die Vernehmung der Staatsanwältin Christiane Serini, die auf den Zeugenstuhl wechselte, um Fragen zu ihren Ermittlungen zu beantworten. Die Richter wollten von ihr unter anderem wissen, wie die Vernehmungen von Fitschen vor der Erhebung der Anklage abgelaufen waren.

Serini war eine treibende Kraft bei den Ermittlungen gegen Fitschen, seine beiden Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere Ex-Manager der Deutschen Bank. Sie wirft den Männern vor, vor vier Jahren Richter getäuscht zu haben, um Schadenersatzzahlungen der Deutschen Bank an den Medienunternehmer Leo Kirch abzuwehren. Fitschen und die anderen Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.

Die Verteidiger kritisieren seit Monaten, Serini habe sich mit der Anklage verrannt und ziehe das Verfahren zusammen mit zwei weiteren Staatsanwälten durch immer neue Beweisanträge in die Länge. Auch die Doppelrolle Serinis als Anklägerin und Zeugin in dem Verfahren ist den Verteidigern ein Dorn im Auge. Bei ihrer Zeugenvernehmung kam es mehrmals zu Wortgefechten zwischen den Verteidigern und der Staatsanwältin. Sie warfen ihr unter anderem vor, nicht sauber zwischen der Wiedergabe ihrer Vernehmungen und eigenen Interpretationen zu trennen und mit ihren Antworten "immer gleich loszuschießen" bevor die Fragen ausgesprochen werden konnten. Umgekehrt hatte Serini während des Verfahrens mehrfach die Verteidiger zur Mäßigung aufgerufen.

Medienunternehmer Leo Kirch hatte zeitlebens den früheren Bankchef Breuer und die Deutsche Bank für die Pleite seines Konzerns verantwortlich gemacht und bis zu seinem Tod um Schadenersatz gekämpft. Breuer hatte sich auf dem Höhepunkt der Kirch-Krise in einem Interview kritisch über Kirchs Kreditwürdigkeit geäußert.

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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