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Firmengründer von der Uni
Vom Uni-Labor in die eigene Firma: Das Land will den Gründergeist mit Millionenprogrammen fördern. Foto: Andreas Körner/Curevac
Land fördert Sprung in die Selbstständigkeit mit acht Millionen Euro

Firmengründer von der Uni

Neuer Gründergeist an Hochschulen: Projekte, die Studenten das Abenteuer Selbstständigkeit schmackhaft machen, werden im Land gefördert.

04.08.2016
  • BETTINA WIESELMANN

Stuttgart. Das Sprichwort „Not macht erfinderisch“ passt auf den ersten Blick nicht zur wirtschaftlichen Situation in Baden-Württemberg. In weiten Teilen herrscht nicht nur Vollbeschäftigung, viele Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte. Es war schon sehr viel schwieriger für Hochschulabsolventen, eine Anstellung zu finden als derzeit.

Und doch gibt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) jetzt die Parole aus: „Wir wollen dazu beitragen, dass junge Menschen unsere Hochschulen als Persönlichkeiten verlassen, die mutig genug sind, etwas Eigenes zu machen und klug genug, damit auch Erfolg zu haben.“ Unternehmer sollen sie werden, jedenfalls möglichst viele.

Ganz nach der Devise, die Grüne und CDU in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben haben: „Wir wollen Baden-Württemberg zum Magneten für kreative Menschen machen und die Risikobereitschaft fördern.“ Das Land der Tüftler und Erfinder soll „zum dynamischsten Gründerland in Europa“ werden. Dahinter steht die Erkenntnis, „dass sich unser gesellschaftlicher Wohlstand auf permanente Erneuerung gründet“ (Bauer). Ohne Erfinder, Erneuerer geriete das Land tatsächlich in Not.

Um das Interesse der Studierenden für eine spätere eigene Unternehmensgründung zu wecken, hat das Wissenschaftsministerium deshalb ein neues Programm zur Gründungskultur ausgeschrieben, an dem sich 29 Hochschulen aus dem Land beteiligt haben. Ausgenommen waren nur die Pädagogischen Hochschulen und die Musik-Hochschulen. In diesen Tagen erhalten elf Antragsteller den Bewilligungsbescheid, sieben Fälle sind noch anhängig. Acht Millionen Euro wurden bisher genehmigt, finanziert aus Mitteln des Hochschulpakts 2020, den Bund und Länder jeweils hälftig tragen.

Ideen und Erkenntnisse, die auf dem Campus entstehen, sollen, sofern sie einen konkreten Nutzen versprechen, schnell ihren Weg in die Praxis finden. Daher sollen mit diesem Programm spezielle Lehrinhalte und Formate Selbstständigkeit als mögliche Berufsperspektive frühzeitig ins Bewusstsein der Hochschüler rücken, Risikobereitschaft inklusive Mut zum Scheitern vermitteln, aber auch ganz konkrete betriebswirtschaftlicher Fragestellungen betreffen.

So wird die Universität Freiburg zum Beispiel die Erfahrungen, die sie mit Technologietransfer und Startups gemacht hat, in die Lehre einfließen lassen: Im Rahmen von „Zugänge zum Gründen (ZuG)“ wird es „Gründerforen“ geben, in denen Unternehmer und Studenten zusammenkommen. Eine „Wander-Akademie“ soll Gründungskultur aus unterschiedlichsten Disziplinen und Ansätzen beleuchten und auch durch jene Fakultäten wandern, die anders als die natur- und ingenieurswissenschaftlichen weniger gründungsaffin sind. Die Beschäftigung mit dem Thema soll sich nicht nur für die Zeit nach dem Studium lohnen: Im Rahmen der Schlüsselqualifikationen können die entsprechenden Studienleistungen auch angerechnet werden.

Das Projekt der Universität Tübingen setzt exemplarisch an den Themenfeldern Gesundheit und Gesellschaft an. Ausgangsfrage wird sein: Welche Art von Unternehmen benötigt eine alternde Gesellschaft? Welche Dienstleistungen und Produkte müssen diese anbieten? Man setzt auf Netzwerkarbeit mit Absolventen und Unternehmern. Im Rahmen einer Medtech-Startup School sollen interessierte Studenten in der vorlesungsfreien Zeit mit Praktikern aus dem Gesundheitswesen (vor allem auch der Medizintechnik) gesundheitsrelevante Innovationsideen entwickeln. Auch soll es eine Social Innovation School geben, die Projekte in den Bereichen Nachhaltigkeit, Entwicklungszusammenarbeit und Soziales anstößt. Hier wird mit dem Tübinger Weltethos-Institut kooperiert, das moralisches Handeln in der globalen Wirtschaft sowie den Dialog der Kulturen fördert.

Das neue Förderprogramm stellt bewusst die Persönlichkeit des Unternehmers, seine nötigen Kompetenzen, in den Vordergrund. Schon zu Beginn des Studiums soll sie erkannt und entwickelt werden. Das wollen die Hochschul-Verbünde Reutlingen, Aalen und Stuttgart (Hochschule für Medien) sowie Ravensburg-Weingarten, Albstadt-Sigmaringen und Biberach mit ihren Projekten umsetzen. In Konstanz legen Universität und Hochschule den Schwerpunkt auf die nachhaltige Verankerung des Themas, das sich durch das gesamte Bachelor-Studium ziehen wird.

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04.08.2016, 06:00 Uhr
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