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Fingerhakeln um Landesgeld für Altes Lager
Altes Lager in Münsingen: Das 70 Hektar große Gelände mit seinen mehr als 130 Häusern soll eine Biosphären-Wohlfühlwelt werden. Foto: Joachim Lenk
Münsingen: Regierungsfraktionen für 8,2-Millionen-Euro-Zuschuss - Finanzressort bremst

Fingerhakeln um Landesgeld für Altes Lager

Aus dem Alten Lager Münsingen soll ein touristisches Erlebniszentrum werden. Die Neu-Nutzung setzt eine Sanierung der Infrastruktur voraus. Die Regierungsfraktionen wollen helfen, der Finanzminister bremst.

01.12.2015
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart/Münsingen. Nach Jahren des Stillstands soll das Gelände der früheren Soldatensiedlung Altes Lager vor den Toren von Münsingen (Kreis Reutlingen) wiederbelebt werden. Der ehemalige Nudelfabrikant Franz Tress will kräftig investieren und das 70 Hektar große Gelände mit seinen mehr als 130, zur Hälfte denkmalgeschützten Gebäuden in eine Biosphären-Wohlfühlwelt umgestalten - mit Gastronomie, Ferienwohnungen, Streichelzoo und Manufakturen mit gläserner Produktion. Aus dem Alten Lager mit militärischer Vergangenheit soll das regional geprägte touristische Angebot "albgut" werden.

Doch bevor die von der Bundeswehr nicht nur längst verlassene, sondern über Jahre vernachlässigte Siedlung in neuem Glanz erstrahlen kann, muss die Infrastruktur instand gesetzt werden. Die Wasser- und Abwasserkanäle sind marode, die Sanierungskosten werden auf 8,2 Millionen Euro beziffert - zu viel für die 14 500-Einwohner-Kommune. "Eine solche Summe können wir einfach nicht stemmen", sagt Münsingens Amtsleiter Thomas Noack. Seit Jahren kämpfe man für einen Neubeginn auf dem Gelände. Aber der sei ohne Hilfe des Landes nicht realisierbar.

Ihren Unterstützungswillen haben schon mehrere Ministerpräsidenten bekundet, passiert aber ist nichts. Nun nehmen die Regierungsfraktionen die Rufe auf. "Wir müssen als Land die Kosten übernehmen, Münsingen wäre damit überfordert. Wir suchen gerade intensiv nach einer Lösung", sagt Klaus Maier, der Finanzexperte der SPD-Fraktion. "Wir sehen uns als Land in der Pflicht", sendet auch der Vize-Vorsitzende des Finanzausschusses im Landtag, Markus Rösler von den Grünen, klare Signale. Dass eine ehemals gemeindefreie Fläche mit denkmalgeschützten Gebäuden und sanierungsbedürftigen Abwasserkanälen einer Kommune zugeschlagen werde, sei ein Einzelfall.

Bis Donnerstag wollen sich die Koalitionsfraktionen auf das genaue Prozedere verständigen - dann tagt der Finanzausschuss. Dort können die Fraktionen Änderungen am Nachtrag für den Doppeletat 2015/16 beantragen, den Finanzminister Nils Schmid (SPD) vergangene Woche im Parlament eingebracht hat. Der Etat samt möglicher Änderungen soll in der kommenden Woche endgültig verabschiedet werden. Doch Schmid gibt sich reserviert. Dass die Fraktionen kurz vor Toresschluss noch Millionen loseisen wollen, stößt in seinem Haus auf wenig Begeisterung.

Intern werden zwei Wege debattiert. Nach der ersten, von den Grünen bevorzugten Variante, würden der 8,2-Millionen-Euro-Zuschuss im Einzelplan von Schmids Ressort verbucht, unter der Rubrik Wirtschaftsförderung oder Sanierungsrückstellungen. Danach könnte die Summe über mehrere Jahre verteilt ausgezahlt werden, im Gespräch sind dreimal 2,7 Millionen Euro.

Im Finanzressort heißt es indes, es komme nur eine Förderung im Etat des für Abwasser zuständigen Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) in Frage. Offen sei, ob das im Einklang mit dem EU-Beihilferecht stünde. Auf Anfrage teilte ein Sprecher des Finanzministerium mit: "Die Möglichkeit einer Förderung wird derzeit geprüft."

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01.12.2015, 08:31 Uhr
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