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Leitartikel · Fußball

Fifa? Uefa? Alles klar?!

Der nüchterne Blick nach Zürich und Genf bringt selbst den eingefleischten Fußballanhänger ins Grübeln. Wer ist jetzt gesperrt? Wie lange? Und vor allem: warum? Uefa? Fifa ? Blatter? Platini? Oder vielleicht Blattini? Der doppelte Blattschuss.

15.10.2015
  • Armin Grasmuck

Beide platt, zumindest bis heute. Was morgen passiert, darauf können selbst die urplötzlich wie aufgescheucht und bissfest agierenden Moralapostel aus der sogenannten Ethikkommission des Fußball-Weltverbands keine plausible Antwort finden.

Es ist erschütternd und schwer zu begreifen, wie anrüchig und chaotisch sich die zwei wichtigsten Sportverbände der Welt seit Wochen und Monaten präsentieren. Welch düsteres Bild die Bosse abgeben. Und wie weit sie sich von dem Kerngedanken der schönsten Nebensache der Welt entfernt zu haben scheinen. Das Fußballgeschäft ist kein Kindergeburtstag, wir ahnten es längst. Praktisch im Tagesrhythmus erfahren wir nun, wie dreist und dreckig die Macher am Rande des Rasens jede Regel brechen. Das Spiel ist abgekartet, abgezockt und schmierig sind die Akteure. Es geht um reine Macht und schmutziges Geld. Wer bei der Fifa und der Uefa eine gewisse Ebene erreicht, gehört automatisch dazu. Gut ausstaffiert und wohl gelitten auf alle Zeit.

Es passt ins Bild, dass sich ausgerechnet in dieser Phase, da die beiden zwielichtigen Präsidenten - Joseph Blatter und Michel Platini - kurioserweise von den Ethikkommissaren aus dem eigenen Haus für drei Monate gesperrt worden sind, ein alter Bekannter vergleichsweise versöhnlich zu Wort meldet. Lennart Johansson, Ehrenpräsident der Uefa und vor 17 Jahren auf dem scheinbar sicheren Weg zum Fifa-Thron eiskalt von Blatter geputscht, lobpreist den suspendierten Chef des Weltfußball tatsächlich als cleveren Strategen, der weiter die Fäden in der Hand halte. Es darf Wolfgang Niersbach, dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, eigentlich keine Freude bereitet haben, dass eben jener Johansson ihn als neuen Präsident der Uefa präferiert und protegiert.

Und jetzt noch einmal von vorn: Heute kommen die hohen Herren des europäischen Fußballverbands, also der Uefa, zu einer Krisendebatte in Nyon zusammen. Sie treffen sich ohne ihren Präsidenten Platini. Er wurde in der vergangenen Woche von der Ethikkommission des Weltverbands, also der Fifa, suspendiert. Genauso wie Blatter, der Fifa-Präsident, sowie Reynald Temarii, Jeffrey Webb, Eduardo Li, Julio Rocha, Costas Takkas, Jack Warner, Eugenio Figueredo, Rafael Esquivel, Jose Maria Marin, Nicolas Leoz, Daryll Warner, Chuck Blazer. Aaron Davidson, Enrique Sanz, Jean Guy Blaise Mayolas, Badji Mombo, Wantete, Harold Mayne-Nicholls, Chuck Blazer, Jack Warner, Chung Mong-Joon, Worawi Makudi, Lindile Kika, und Jerome Valcke, der aktuelle Generalsekretär der Fifa.

Diese vermeintlichen Spitzenfunktionäre aus Asien, Afrika, Amerika und Europa wurden allesamt allein im Jahr 2015 vom Dienst suspendiert, manche provisorisch und bis auf Weiteres, andere drei bis acht Jahre, einige lebenslang. Sie sind gesperrt, weil sie in öffentliche Strafverfahren verwickelt sind oder weil ihr Handeln den Prinzipien widerspricht, die der Weltverband in geraumer Vorzeit über seine Ethikformeln vereinbart hat. Franz Beckenbauer, einst an Blatters Seite aktiv, musste im vergangenen Jahr vom Feld. Rote Karte. 90 Tage. Warum, weiß keiner mehr. Niersbach, sein alter Freund, ist erst seit März bei der Fifa. Er spielt es ruhig und überlegt. Er mag keine Grätschen, auch keine taktischen.

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15.10.2015, 12:00 Uhr
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