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Irland: Zehn Menschen verbrannt

Feuer in einem Lager von Fahrenden überrascht Familien im Schlaf

Ein nächtlicher Brand hat nahe Dublin in Irland zehn Menschen getötet. Sie gehörten fahrendem Volk an - Menschen, die in Wohnwagen und Hütten leben. Die zehn Opfer waren Mitglieder zweier Familien.

12.10.2015
  • EGBERT MANNS (MIT DPA)

Carrickmines Der erste Notruf war am Samstagmorgen um 4 Uhr in den Feuerwachen der Umgebung eingetroffen. Aus drei Dörfern südlich der irischen Hauptstadt Dublin eilten Feuerwehren und Rettungswagen zum Wohnwagenlager in der Glenamuck Road in Carrickmines, einem ländlichen Vorort.

Da waren zehn Menschen der Traveller, wie die Iren das irischstämmige fahrende Volk nennen, bereits tot, verbrannt in zwei Hütten, die auf dem Gelände errichtet worden waren. Die Opfer gehören zwei miteinander verwandten Familien an, von denen eine in dem Lager lebte und die andere zu Besuch war. Fünf der Toten sind Kleinkinder.

Ein Bewohner hielt den aufs Gelände eilenden Sanitätern ein Kind hin, das er aus einer der Hütten geholt hatte, meldete die Irish Times. Es hatte Verbrennungen und eine Rauchvergiftung erlitten, wurde aus dem Lager gebracht, behandelt und dann in ein Dubliner Krankenhaus gefahren.

Insgesamt zwei Erwachsene und zwei Kinder sind gerettet worden. Alle wurden in Krankenhäuser gebracht.

Die Leichen der zehn Opfer sind erst gefunden worden, nachdem das Feuer in den Hütten gelöscht war. Sie waren völlig verbrannt. Ihrer Lage nach mussten sie von dem Feuer im Schlaf überrascht worden und erstickt sein, sagte Gerry Stanley, einer der Feuerwehrmänner vor Ort, der Irish Times.

Die Brandursache war bis gestern nicht entdeckt. Eine Hütte ist komplett abgebrannt, nur ein paar Wandreste stehen noch. Die Feuerwehr vermutet, dass der Brandherd darin lag. Die andere Hütte brannte innen fast völlig aus. Nach Aussagen von Nachbarn hat es auf dem Gelände am Freitagabend schon ein Feuer gegeben. Es sei recht groß gewesen.

Das Traveller-Lager an der Glenamuck Road gibt es seit "vielen Jahren", schreibt die Irish Times. Die beiden Familien, deren Mitglieder verbrannt sind, gehörten dem Independent Irland zufolge der gleichen Traveller-Familie an, den Connors.

Die eine Familie hat sich seit etwa neun Jahren in den Lager aufgehalten, sie hatte früher in einem Ort in der Nähe gewohnt und war nach einem kurzen Aufenthalt in England in das Lager gezogen.

Die Siedlung in Carrickmines ist von einem mehr als zwei Meter hohen Zaun umgeben. In ihr stehen ein halbes Dutzend selbstgebauter Hütten, bis auf eine alle mit dünnen Wänden aus Holz, Wellblech und Pappe und Dächern aus Teerpappe. Ein Wohnwagen steht auf dem Gelände, wie ein Luftbild zeigt, das von einem Hubschrauber der Dubliner Feuerwehr aus aufgenommen worden ist.

Zuletzt hatten etwa 20 Menschen dort gelebt. Eine Nachbarin beschrieb sie der Irish Times als "freundliche Gruppe, die im Wesentlichen unter sich war".

Feuer in einem Lager von Fahrenden überrascht Familien im Schlaf
Steintiere, Madonna, hoher Zaun: Feuerwehrleute verlassen das Unglücks-Lager bei Dublin. Foto: afp

  • Geschichte Die Traveller (Englisch: Reisende) sind ein traditionell fahrendes Volk in Irland. Seine Mitglieder leben häufig am Rande der Städte in Wohnwagen-und Barackenlagern. Die Organisation Irish Traveller Movement spricht von rund 25 000 Travellern im Land. Ihr Ursprung ist umstritten. Legenden zufolge könnten sich die ersten Gruppen während des Feldzugs des englischen Lordprotektors Oliver Cromwells in Irland (1649–1653) gebildet haben oder während der Großen Hungersnot (1845–1852). Gesicherte Belege dafür existieren nicht.
  • >Abgrenzung Die Traveller sind im Wesentlichen irischen Ursprungs. Es gibt traditionelle und neuere Familien unter ihnen. Sie haben, auch wenn sie häufig als „Zigeuner“ bezeichnet werden, nichts mit Sinti und Roma zu tun.
  • >Probleme Nicht jede Gemeinde will Traveller auf ihrem Gebiet beherbergen. Das hat dazu geführt, dass die Traveller sich mit ihren Wohnwagen jahrelang häufig einfach irgendwo niederlassen und gar nicht erst um Erlaubnis fragen, weil sie sowieso keine bekommen würden. Mittlerweile stellen Gemeinden ihnen Plätze zur Verfügung. Etwa 129 offizielle Traveller-Lager gibt es derzeit in Irland. ema/dailypost/wiki/dpa

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12.10.2015, 12:00 Uhr
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