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Feuer fordert weitere Opfer
Im französischen Vitrolles hinterließen die Flammen nur noch verkohlte Reste. Foto: afp
Nach Portugal auch Waldbrände in Frankreich und Spanien

Feuer fordert weitere Opfer

Nach Portugal stehen auch in Frankreich und Spanien Wälder in Flammen. Nahe Marseille gab es Verletzte. Der Wind facht die Flammen immer wieder an.

12.08.2016
  • AFP/DPA

Marseille. In mittlerweile mehreren Ländern Südeuropas kämpfen die Feuerwehren gegen Flammenmeere. Bei Waldbränden in Südfrankreich sind mindestens sieben Menschen verletzt worden. Die Präfektur in Marseille teilte mit, im Umland der zweitgrößten französischen Stadt seien rund 3300 Hektar Land verwüstet und viele Häuser beschädigt oder zerstört worden, darunter auch Industriegebäude. Bis zu 1800 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Drei Bewohner des betroffenen Départements Bouches-du-Rhône erlitten Verbrennungen, einer davon wurde schwer verletzt. Auch vier Feuerwehrleute wurden schwer verletzt. Rund 500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, sie zogen in Notunterkünfte. Am stärksten wüteten die Brände in Vitrolles, 30 Kilometer von Marseille sowie nahe dem Industriehafen Fos-sur-Mer.

„Wegen der starken Winde könnte sich das Feuer erneut ausbreiten“, warnte die Präfektur am Donnerstag. Durch die anhaltende Trockenheit seien viele Pflanzen verdorrt und gäben den Flammen Nahrung. Im Großraum Marseille waren erneut Löschflugzeuge im Einsatz. Die Stadt selbst ist aber laut Feuerwehr nicht mehr in Gefahr.

Auch in der Gemeinde Montalba-le-Château in den ostfranzösischen Pyrenäen gingen 80 Hektar Wald in Flammen auf. Rund 270 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Menschen kamen aber nicht zu Schaden.

Auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira gelang es den Einsatzkräften inzwischen, die Waldbrände bei der Hauptstadt Funchal teilweise unter Kontrolle zu bringen. Dort waren in der Nacht zum Mittwoch drei Menschen umgekommen, zwei weitere wurden verletzt. Rund tausend Menschen mussten ihre Unterkünfte verlassen, darunter auch Touristen. Ein 23-Jähriger wird verdächtigt, eines der Feuer absichtlich gelegt zu haben. Der vorbestrafte Mann kam in Untersuchungshaft.

Der in Funchal geborene Fußballstar Cristiano Ronaldo will unterdessen seiner Heimatinsel finanzielle Hilfe zur Beseitigung der Schäden zukommen lassen.

Zwei Hundertschaften der Feuerwehr bekämpften am Donnerstag auf Madeira weiter die Flammen. Mehr als 100 Einsatzkräfte aus Lissabon unterstützten die örtlichen Teams.

Auch auf dem portugiesischen Festland loderten am Donnerstag weiter die Flammen, 1800 Feuerwehrleute waren bei rund zehn Großbränden im Einsatz. Die Regierung in Lissabon hatte am Mittwoch ihre europäischen Partner um Hilfe gebeten. Die EU-Kommission sagte daraufhin die Entsendung eines italienischen Löschflugzeugs zu. Spanien hatte zuvor im Rahmen eines bilateralen Abkommens bereits zwei Flugzeuge zur Bekämpfung der Waldbrände ins Nachbarland geschickt, Marokko will zwei weitere Flugzeuge schicken.

Der portugiesische Zivilschutz sprach von einem „der schlimmsten Sommer der vergangenen Jahre“. Vor allem der Norden war betroffen. Insgesamt waren landesweit mehr als 5000 Feuerwehrleute im Einsatz. In den ersten neun Tagen des Augusts sind in Portugal 25 000 Hektar Land verbrannt – mehr als etwa im Gesamtjahr 2014.

Die Behörden machen die Hitzewelle für die Waldbrände mit verantwortlich: „Wir haben Temperaturen von mehr als 38 Grad, was seit 1976 nicht mehr vorgekommen ist, kombiniert mit sehr starken Windböen“, sagte eine Mitarbeiterin des Zivilschutzes.

Auch in Spanien bereiten Brände große Sorgen: In der Region Galicien wurden nach Behördenangaben sieben größere Feuer gezählt, die in den vergangenen Tagen bereits rund 2000 Hektar Fläche zerstört hätten. Die Flammen bedrohten viele Ortschaften und näherten sich dem berühmten Wallfahrtsort Santiago de Compostela, berichtete der Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Feuerwehrsprecher.

Auf der Kanareninsel La Palma, wo ein Deutscher vorige Woche einen verheerenden Waldbrand mit dem Verbrennen von Klopapier verursacht hatte, ist die Lage dagegen mittlerweile unter Kontrolle. Die Schäden aber sind gewaltig. Auf La Palma wurden 4800 Hektar Pinienwald vernichtet – eine Fläche, die fast doppelt so groß ist wie die Nordseeinsel Norderney. Dem Deutschen droht wegen „grober Fahrlässigkeit“ eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Auf Sardinien standen Buschland und Wald in Flammen. Die Feuerwehr war mit Löschflugzeugen und Helikoptern im Einsatz. In Griechenland entspannte sich die Lage.

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12.08.2016, 06:00 Uhr
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