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Bachakademie

Festival folgt Rademanns Reformkurs

Musikfest startet mit Einblick in die Werkstatt des Meisters. Das Programm umfasst auch eine Bier-Session.

02.09.2017
  • OTTO PAUL BURKHARDT

Stuttgart. Über „Freiheit“ nachdenken: Dazu will das Musikfest der Bachakademie nun elf Tage lang anregen. Man mag über die Beliebigkeit solcher Mottogedanken streiten, unter denen sich so ziemlich alles einordnen lässt. Doch derlei Themen können die Musik ferner Epochen auch wieder vielfältig mit der Gegenwart verknüpfen, mit den Zeiten, in denen wir leben, mit den Debatten, die wir führen. Von Freiheit ist zum Beispiel im zentralen Choral der Johannespassion die Rede, wo es in bezugsreicher Dialektik heißt: „Durch Dein Gefängnis, Gottes Sohn, muss uns die Freiheit kommen.“ Mit diesem Oratorium – und zwar in der Zweitfassung von 1725 – eröffnete jetzt das Musikfest in der Stiftskirche.

In dieser Version verschärft Bach durch neu eingefügte Arien die opernhaft dramatischen Akzente des Werks. Vor allem: Er ersetzt Anfang („Herr, unser Herrscher“) und Schluss („Ach Herr, lass dein lieb Engelein“) durch alternative großangelegte Choralchöre. Eine Johannespassion ohne „lieb Engelein“? Schon allein deshalb sorgte das Eröffnungskonzert unter Akademieleiter Hans-Christoph Rademann für ein Hörerlebnis der etwas anderen Art – samt Einblick in die Bachsche Experimentierfreude, die oft auch arbeitsökonomisch motiviert war.

Junge Solisten

Rademanns Reformkurs macht sich in einem schlanken, durchhörbaren und geschmeidigen Klangbild bemerkbar. Das Junge Stuttgarter Bach Ensemble (JSB) sowie Gesangssolisten der Meisterkurse geben dem Ganzen zudem eine eigenwillige, angenehm routinearme Note mit. Der wohl Erfahrenste im Kreis junger Interpreten ist der Tenor Werner Güra, der mit seinem glänzend gestalteten, teils feinsinnig lyrisch eingefärbten Evangelisten-Part die Aufführung zusammenhält. Stellvertretend für die gut sortierte Solistengruppe seien neben Martin Schicketanz (Jesus) Arthur Canguçu, Rebecca Genge, Florian Sievers und Ronan Caillet erwähnt, die in den eingefügten Arien, etwa in „Himmel reiße, Welt erbebe“, temperamentvoll bis kristallklar leuchtend zu Werke gehen.

Davon abgesehen, spiegelt das Musikfest 2017 auch etwas von Rademanns Aufbruchs- und Öffnungswillen wider. Unter anderem ist, kein Scherz, Sky du Mont als Gast angekündigt: Er liest aus den Memoiren des Freigeists Casanova. Und die jungwilden norwegischen „Barokksolistene“ werden im Industrie-Ambiente des Szene-Lokals „Im Wizemann“ eine „Alehouse-Session“ hinlegen, wie sie zu Henry Purcells Zeiten in England üblich war – mit Musik, Improvisation und Biergenuss. Otto Paul Burkhardt

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02.09.2017, 06:00 Uhr
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