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Fest der Schützen
Ein Meister an seinem Sportgerät, aber es hat nicht zur Medaille gereicht: André Link wurde Fünfter. Foto: Getty
Am letzten Tag verpassen die erfolgreichen Deutschen weitere Medaillen

Fest der Schützen

Nach den Festtagen der Schützen hätten noch einmal zwei Medaillen fallen können: Daniel Brodmeier und Andre Link zielten am Schlusstag knapp vorbei.

15.08.2016
  • SID

Rio de Janeiro. Die Goldschützen Barbara Engleder und Henri Junghänel drückten im Publikum kräftig die Daumen, doch der krönende Abschluss einer glanzvollen Woche blieb aus. Einen Tag nach dem Triumph von „Goldfinger“ Christian Reitz zielten die Gewehrschützen Daniel Brodmeier und André Link zum Abschluss der olympischen Schützen-Wettbewerbe knapp an einer weiteren Medaille vorbei. Im Finale des KK-Dreistellungskampfes belegte Daniel Brodmeier den vierten Rang, André Link wurde Fünfter.

Mit drei Gold- sowie einer Silbermedaille sorgten die deutschen Schützen dennoch für das beste Olympia-Abschneiden seit 40 Jahren. Letztmals waren die Pistolen, Gewehr- und Flintenschützen der Bundesrepublik und der DDR 1976 in Montréal vergleichbar erfolgreich gewesen, als sie zusammen je drei Gold- und Silbermedaillen sowie einmal Bronze gewannen. „Wir waren zufrieden, dass beide im Finale standen. Der vierte und fünfte Platz gehen vollkommen in Ordnung. Die Bilanz ist für uns historisch, wir sind sehr happy“, sagte Sportdirektor Heiner Gabelmann.

In Rio waren Christian Reitz (Schnellfeuerpistole), Barbara Engleder (KK-Dreistellung) und Henri Junghänel (KK-liegend) Olympiasieger geworden. Zudem holte Karsch (Sportpistole) Silber. Vor vier Jahren waren die Athleten des Deutschen Schützenbundes (DSB) komplett leer ausgegangen.

„Es ist überragend gelaufen, wir wollten drei Medaillen jetzt sind es drei goldene, das haben wir nicht erwartet, das ist für uns ein historisches Ergebnis“, hatte Gabelmann schon nach Reitz‘ Triumph am Samstag gesagt. DOSB-Präsident Alfons Hörmann lobte die deutschen Schützen in seiner Halbzeit-Bilanz ausdrücklich. „Auf sie ist Verlass“, sagte Hörmann und lobte die „tolle Entwicklung“.

Am Sonntag knüpften Brodmeier (Niederlauterbach) und Link (Mundelsheim) nicht ganz an die Final-Leistungen der Teamkollegen an. Zwar hatten sie die Medaillen lange im Blick, letztlich waren jedoch Niccolo Campriani (Italien), Sergej Kamenskij (Russland) und Alexis Raynaud (Frankreich) zielsicherer. Campriani gewann sein zweites Gold nach dem Wettkampf mit dem Luftgewehr. Die Italiener sind mit vier Gold- und drei Silbermedaillen noch vor dem deutschen Team die erfolgreichste Schützen-Nation in Rio.

Brodmeier und Link hatten das Finale als Zweiter und Siebter der Qualifikation erreicht. Nach anfänglichen Problemen im Kniendanschlag gelang ihnen der Sprung unter die besten Acht dank guter Schüsse im Liegend- und Stehendschießen. Zur von Hörmann gelobten positiven Entwicklung hatte am Samstag auch Reitz entscheidend beigetragen. Mit der Schnellfeuerpistole schoss er sich in einem Herzschlagfinale zum Olympiasieg. „Es ist einfach großartig“, sagte Reitz später, „ich kannte die Goldmedaille bislang nur von Bildern. Wenn man sie dann einmal hat, will man sie gar nicht mehr loslassen.“ Reitz war mit diesem Gefühl im deutschen Team nicht allein. Dann wartete auf Christian Reitz das Paradies. Am Traumstrand von Rio feierte der deutsche Sportschütze gelöst seinen Olympiasieg – und stellte sich gedanklich bereits auf die Reise seines Lebens ein. „Ich habe meiner Freundin Sandra letztes Jahr einen Heiratsantrag gemacht. Dem werde ich dieses Jahr dann nachgehen“, sagte Reitz. Im Dezember gibt der 29-Jährige ihr auf der Karibikinsel Antigua das Ja-Wort. Reitz erfüllt sich einen Herzenswunsch. Unter Palmen. Ganz wie in Rio.

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15.08.2016, 06:00 Uhr
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