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Brüder des Fernsehturms

Fernmeldeturm und Polizeifunkturm prägen die Stuttgarter Skyline

Neben dem Stuttgarter Fernsehturm prägen der Fernmeldeturm und Polizeifunkturm die Skyline der Landeshauptstadt. Beide Bauten erfüllen wichtige Aufgaben, beispielsweise als Sendemasten.

21.07.2014

Von JAN-PHILIPP SCHÜTZE

Stuttgart Es war ein Kraftakt der besonderen Art, der sich an jenem 3. April 2006 auf dem Frauenkopf ereignete. Der rund 192 Meter hohe Fernemeldeturm am Rande des Stuttgarter Talkessel sollte eine neue Antennenspitze erhalten. Mit einem in Russland gefertigten Spezialhubschrauber wurde die alte Turmspitze in drei Etappen demontiert - mit bis zu vier Tonnen Last bei jedem Flug.

Anschließend wurden der neue Antennenadapter und die beiden dazugehörigen Zylinder aus glasfaserverstärktem Kunststoff an Ort und Stelle gehievt. Über mehrere Stunden hinweg verschraubten fünf Arbeiter in schwindelerregender Höhe die einzelnen Segmente. Mit der neuen Antenne konnte fortan digitales Fernsehen versendet werden - ein Novum in der Landeshauptstadt.

Die Geschichte des Fernmeldeturms reicht aber noch viel weiter zurück. Die erste Version des Turmes wurde bereits 1954 errichtet. Mit seiner Höhe von 58 Metern diente er zunächst dem Richtfunkverkehr der Deutschen Bundespost, sechs Jahre später wurde er mit einem Antennenaufsatz erweitert und läutete mit der Inbetriebnahme eines entsprechenden Senders das Mobilfunkzeitalter in der Region ein. 1961 folgten die ersten Fernseh-Testübertragungen, ehe schließlich am 1. April 1963 das ZDF im Regelbetrieb vom Frauenkopf gesendet wurde.

Weil die technischen Anforderungen in den Folgejahren rasant stiegen, wurde ab 1969 mit dem Bau eines neuen Fernmeldeturms nach Plänen des Stuttgarter Ingenieurbüros Leonhardt, Andrä und Partner begonnen. An den Plänen für das 9,5 Millionen Mark teure Bauwerk war auch der bekannte Bauingenieur Fritz Leonhardt beteiligt, der sich schon mit dem 1956 fertiggestellten Stuttgarter Fernsehturm ein Denkmal gesetzt hatte.

Nach zwei Jahren Bauzeit war der neue Fernmeldeturm betriebsbereit, sein Vorgänger wurde schließlich 1975 abgetragen. Heute dient der Fernmeldeturm, der sich im Besitz einer Tochterfirma der Telekom befindet, in erster Linie der Ausstrahlung diverser Radiosender, wie Antenne 1, bigFM und Die Neue 107.7, sowie unterschiedlicher öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehprogramme, darunter ARD, ZDF, SWR, N24, RTL und Super RTL. Gesendet werden diese aus dem Betriebsraum im Turmkorb in 33 Meter Höhe.

Als zweithöchster Turm Stuttgarts prägt der Fernmeldeturm ebenso wie der Fernsehturm die Skyline der Landeshauptstadt. Für die Öffentlichkeit ist er allerdings nicht zugänglich. Gleiches gilt für den Funkturm auf dem Raichberg im Stuttgarter Osten. Der 1966 erbaute Sendeturm wird von Polizei und Feuerwehr für den Funkverkehr genutzt. Die 93 Meter hohe Stahlbetonkonstruktion dient als Sendemast für sogenannte Richtfunkverbindungen von Sprech- und Datenfunk. Für den BOS-Funk, der von Behörden und Organisationen mit besonderen Sicherheitsaufgaben genutzt wird, nutzt die Polizei neben dem Turm auf dem Raichberg noch weitere Funktürme im Stadtgebiet.

Die genauen Standorte will man aus Gründen der Betriebssicherheit jedoch nicht bekannt geben. Sowieso gibt man sich bei der Polizei bei Fragen bezüglich des Turmes, beispielsweise zur Sendereichweite, zugeknöpft. Für den Fall, dass der Funkturm auf dem Raichberg zum Beispiel durch eine Naturkatastrophe oder eine vorsätzliche Störung ausfällt, gebe es entsprechende Schutzmechanismen, heißt es bei der Kommunikationsabteilung der Polizei. Zudem seien grundsätzlich alle BOS-Funkstandorte gegen unbefugten Zutritt geschützt - detailliertere Auskünfte gibt es auch hier nicht.

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Erstellt:
21. Juli 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Juli 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2014, 12:00 Uhr

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