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Deutsche Bank

Faule Papiere aus der Bilanz auslagern

Der Konzern plant eine „Bad Bank“, in die schlechte Vermögenswerte transferiert werden.

18.06.2019

Von ROLF OBERTREIS

Die Deutsche Bank gibt derzeit ein verzerrtes Bild ab. Foto: Andreas Arnold/dpa

Frankfurt. Jetzt denkt offenbar auch die Deutsche Bank über die Einrichtung einer Bad Bank, also einer separaten Abwicklungseinheit für kritische Vermögenswerte, nach. Papiere im Volumen von bis zu 50 Mrd. EUR sollen in eine solche Bad Bank verschoben werden.

Der Marktwert ihrer Derivate lag zuletzt bei 331 Mrd. EUR. Eine Auslagerung von 50 Mrd. EUR hätte deshalb nur einen überschaubaren Effekt, sagen Analysten. Finanzexperten der Grünen fordern deutlich mehr. Die Bank müsse Risiken im großen Stil abbauen und sich tatsächlich aus dem Investmentbanking zurückziehen, sagt die Bundestagsabgeordnete Lisa Paus.

Die Bank selbst nennt ihr Kreditportfolio „ausgewogen“. Wackelige Schiffskredite wie etwa bei der Commerzbank oder der NordLB sind bei der Deutschen Bank offenbar kein Thema. Allerdings hat sie in ihren Büchern auch sogenannte Level-3-Vermögenswerte im Volumen von 22 Mrd. EUR. Für diese Wertpapiere gibt es keinen Markt und auch keine Nachfrage. Deren Wert berechnet die Bank nach internen Modellen, die von der Aufsicht anerkannt werden müssen.

Die von der Deutschen Bank geplante Abwicklungseinheit zielt dem Vernehmen nach auf langlaufende Zins- und Aktienpapiere, von der sich die Bank trennen will, um damit das Investmentbanking wieder rentabler aufstellen zu können.

Die Commerzbank hat vor einigen Jahren eine Abwicklungseinheit vor allem für kritische gewerbliche Immobilienkredite und Schiffsfinanzierungen eingerichtet. Die NordLB hatte im April die Einrichtung einer Bad Bank erst einmal vermieden, indem sie faule Schiffskredite an den US-Finanzinvestor Cerberus verkauft hat.

Bad Banks wurden im Zuge der Finanzkrise 2007 und 2008 etabliert, um Bankpleiten zu verhindern. Bad Banks sollen es ermöglichen, faule Kredite gesondert vom eigentlichen Bankgeschäft ohne Zeitdruck abbauen oder verkaufen zu können. Allerdings muss ein solches Institut auch mit entsprechendem Kapital ausgestattet werden. Umstritten ist, wer für sie haftet. Rolf Obertreis

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Erstellt:
18. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2019, 06:00 Uhr

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