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Steuererklärung

Faule Ausreden

Für viele Briten war es ein stressiges Wochenende. Sie hatten nur noch bis Mitternacht Zeit, ihre Steuererklärung elektronisch einzureichen. Wer den Termin verpasst hat, bekommt automatisch eine Strafe von 100 Pfund aufgebrummt.

01.02.2016

Von HENDRIK BEBBER

Bei faulen Ausreden sollte man vorsichtig sein. Denn die Steuerbehörde hat sie womöglich schon einmal gehört und abgeschmettert. Als Warnung veröffentlichte die "Inland Revenue" eine Liste von mehr oder minder originellen Entschuldigungen für eine verspätete Abgabe, die sie vergangenes Jahr nicht gelten ließ. Den Spitzenplatz beansprucht ein Steuerzahler, der behauptete "Meine Unterlagen befanden sich im Schuppen und wurden von Ratten aufgefressen". Ein anderer schob die Schuld seiner Schwester in die Schuhe, die wegen eines Krachs mit ihm, nicht wie gewohnt die Erklärung ausfüllte. Angehörige müssen häufig als Sündenböcke herhalten. So hätte seine unordentliche Nichte bei einem Besuch solches Chaos angerichtet, dass er seine Zugangsdaten für die elektronische Übermittlung nicht mehr fand, versuchte sich ein saumseliger Steuerzahler vor der Strafe zu drücken. Andere versuchen sich nassforsch aus der Affäre zu ziehen. "Meine Steuern werden von Barack Obama erledigt" oder gar der Gram über einen toten Goldfisch wurden als Grund für die Verspätung genannt.

Die Steuerbehörde zeigt bei echten Hindernisgründen durchaus Verständnis und verlängerte den Termin dieses Jahr für Steuerzahler, die vor allem in Schottland und im Norden Englands von den Überschwemmungen betroffen wurden. Ausländer kommen oft durch das seltsame britische Steuerjahr ins Schwimmen. Die Erklärung muss am Ende des Kalenderjahres abgegeben werden, das Steuerjahr geht jedoch vom 6. April bis 5. April. Grund dafür ist die mittelalterliche Gepflogenheit, Steuern und Abgaben an "Mariä Verkündigung" abzuliefern, die auf den 25. März fällt.

Großbritannien folgte 1582 nicht wie die meisten Länder Europas dem Wechsel zum Gregorianischen Kalender und hielt bis 1752 am Julianischen Kalender fest. Als dieser eingeführt wurde, mussten elf Tage angehängt werden, um nicht hinterherzuhinken. So verschob sich der Beginn des Steuerjahres auf 6. April.

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Erstellt:
1. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
1. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2016, 08:30 Uhr

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