Bildung

Fast regulärer Schulbetrieb nach den Sommerferien

Kein Abstand, möglichst viel Präsenzunterricht: Kultusministerin Eisenmann stellt Plan für neues Schuljahr vor. Arbeitsschutz noch ungeklärt.

09.07.2020

Von AXEL HABERMEHL

Alle Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg sollen kommendes Schuljahr in der Regel wieder Präsenzunterricht in der Schule erhalten. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) stellte gestern in Stuttgart ihr Konzept für einen „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ vor.

Demnach muss in Schulen kein Abstand mehr eingehalten werden. Wichtigste Schutzvorkehrung gegen Infektionen mit dem Coronavirus ist die Vorschrift, möglichst konstante Lerngruppen zu bilden, Jahrgänge möglichst nicht zu mischen und Kontakte einigermaßen überschau- und nachvollziehbar zu halten. Schüler können ohne Attest von der Anwesenheitspflicht befreit werden, Lehrer benötigen ein Attest.

Der Pflicht-Lernstoff wird eingedampft. Es sollen aber alle Fächer im normalen Umfang unterrichtet werden. Die Abschlussprüfungen werden zeitlich nach hinten verschoben, zudem gibt es dabei Lockerungen. Mehrtägige Klassenfahrten sind vorerst verboten.

Erstmals setzt das Konzept Qualitätskriterien für Fernunterricht fest und regelt, wann, unter welchen Voraussetzungen und wie ein solcher angeboten werden muss. „Unser Ziel ist so viel Präsenzunterricht wie möglich. Dennoch müssen wir aber weiterhin mit Fernunterricht rechnen und entsprechend planen“, sagte Eisenmann.

Bisher ungeklärt ist die Frage weiterer Infektionsschutzmaßnahmen. Die Landesregierung diskutiert über eine mögliche Maskenpflicht und Plexiglasscheiben sowie über freiwillige Corona-Tests für Pädagogen. Opposition und Lehrerverbände übten teils heftige Kritik. Die Landtags-SPD sprach von einem „bildungspolitischen Offenbarungseid“, die FDP-Fraktion von „offenen Fragen“. Die Bildungsgewerkschaft GEW nannte die Pläne „riskant und falsch“. Der Lehrerverband VBE begrüßte zwar „grundsätzlich eine Rückkehr zur ,Normalität'“, kritisierte aber hohe Belastungen und absehbare Gesundheitsgefahren für Lehrer.

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Erstellt:
9. Juli 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Juli 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2020, 06:00 Uhr

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