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Nicht aufgegeben

Falschparker haben es in Kirchentellinsfurt schwer

Ulrike Nufer ist eine resolute Frau. In ihrem Job muss sie das auch sein: Ulrike Nufer ist Vollzugsbedienstete – zuständig für den „ruhenden Verkehr“ in Kirchentellinsfurt. Seit April vergangenen Jahres verteilt sie Knöllchen. Nicht, weil sie das gerne macht, sondern weil sich zuvor die Beschwerden über Falschparker gehäuft hatten, die Gemeinde Abhilfe schaffen wollte.

30.10.2015
  • Manfred Hantke

Leicht ist ihr Job wahrhaftig nicht. Die ertappten Parksünder schimpfen, zerreißen vor ihren Augen das Knöllchen, „trachten ihr gar nach dem Leben“, berichtete sie am Donnerstagabend vor dem Gemeinderat. Der erste Arbeitstag im April vergangenen Jahres war so heftig, dass sie schon hinschmeißen wollte.

„Nein, ich geb’ nicht auf“, sagte sie sich. Ging wieder hinaus, schob ihre Zettel hinter die Windschutzscheiben. Mal machte es 10, mal 20 Euro, mal mehr. Parken im Halteverbot, in verkehrsberuhigter Zone, auf Grünflächen oder auf Gehwegen – all das ahndet sie. Ihr entgeht niemand. Und: Sie ist sehr genau. Wer nur einen halben Meter auf dem Fußweg parkt, riskiert ein „Parken mit Behinderung“.

Wo sie die Falschparker erwischt, weiß Ulrike Nufer längst. Am Plon und im Mühlenweg sei „immer was los“, sagt sie. Sie kennt sich aus, und die Kirchentellinsfurter kennen sie inzwischen auch gut: „Der eine mag mich, der andere nicht“, sagt sie trocken. Im vergangenen Jahr (von April bis Dezember) hat sie 1095 Knöllchen verteilt, in diesem Jahr sind es bereits 1319 (Stichtag: 8. September).

Die meisten Knöllchen lässt sie in der Pliezhäuser Straße (Baggersee). Heftete sie im letzten Jahr noch 148 Zettel an, waren es bislang schon 421. Auch in der Triebstraße wird sie reichlich Papier los: 57 Knöllchen im letzten, schon 189 in diesem Jahr. Neu hinzugekommen ist der Faulbaum (unser Bild). Dreimal ließ sie sich dort blicken, hinterließ jedoch 61 Strafzettel.

Da parkt der Smartfahrer quer zur Straße, ein anderer auf dem Rasen, ein Dritter auf dem Gehweg. Ob da ein Mann mit Kinderwagen, eine Frau mit Rollator oder der Rettungswagen vorbeikommen, sei den Falschparkern egal, so Nufer. An Himmelfahrt hatte sie in der Pliezhäuser Straße 100 Autos aufgeschrieben, die im Halteverbot standen. Nach einer Stunde machte sie sich „die Mühe“ und ging noch mal hin. Stand der Sünder immer noch da, wurde es teurer.

Doch ihr Engagement bringt nicht nur der Kasse was: „Ein bissle hat meine Arbeit schon gefruchtet, hab’ also nicht immer gegen eine Wand gesprochen.“ In Zahlen: Im Rathaussträßle ging die Knöllchenflut von 103 auf 47 zurück, im Dammweg von 69 auf 46 und in der Dorfstraße von 195 auf 104.

Ob ihre Arbeit Ausbaupotenzial habe, wollte Gemeinderat Andreas Heusel (FWV) wissen. Aufstocken wolle die Teilzeitmitarbeiterin zwar gerne, aber ein Ausbaupotenzial sehe sie in Kirchentellinsfurt nicht: „Wenn Sie drei Stunden unterwegs sind, können drei Stunden sehr lang sein – wenn niemand falsch parkt.“

Falschparker haben es in Kirchentellinsfurt schwer
Quer zur Fahrbahn und auf dem Gehweg. Dreimal war Ulrike Nufer am Faulbaum, hinterließ 61 Knöllchen. Archivbild: Koebnik

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30.10.2015, 12:00 Uhr
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