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Drei Jahre Haft

Falscher Schiffsarzt muss hinter Gitter

Ein Pfleger hat sich als Arzt ausgegeben. Zuletzt behandelte er Patienten auf einem Aida-Kreuzfahrtschiff. Jetzt verschrieb ihm ein Gericht eine bittere Pille.

09.08.2016
  • DPA

Berlin. Ein falscher Arzt, der auf einem Kreuzfahrtschiff etwa 1300 Passagiere behandelt hat, ist zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den 41-Jährigen der gefährlichen Körperverletzung, des Betrugs, des Titelmissbrauchs und der Freiheitsberaubung im Zusammenhang mit Narkosen schuldig.

Patienten seien nicht zu Schaden gekommen, sagte der Richter. „Er wäre aber nicht in der Lage gewesen, bei Komplikationen einzugreifen.“

Der gelernte Krankenpfleger aus Sachsen-Anhalt hatte sich 2010 mit einer gefälschten Arztzulassung und einem angeblichen Doktor-Titel fünf Jahre lang als Anästhesist und Intensivmediziner ausgegeben. Der Angeklagte habe eine Lebenslüge aufgebaut, „um sich selbst aufzuwerten und weil ein Arzt mehr Geld verdient“, befand das Gericht.

Der Angeklagte war zunächst als Koordinator der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sowie als Dozent an der Berliner Charité tätig. Zudem führte er als angeblicher Anästhesist in einer Praxisklinik 41 Narkosen durch.

Für zehn Monate war er schließlich als Arzt auf einem Aida-Kreuzfahrtschiff tätig und behandelte den Ermittlungen zufolge mehr als 1300 Gäste. Insgesamt hatte er als angeblicher Mediziner rund 500 000 Euro eingenommen.

Nach einer etwa zehnjährigen Tätigkeit in der Intensivmedizin in einem Krankenhaus in Stendal habe sich der in seinem Beruf sehr anerkannte Angeklagte entschlossen, seinen Aufstieg mit gefälschten Unterlagen zu betreiben, urteilte das Gericht. Er habe sich um eine Anstellung bei der DSO beworben, weil ihn als Arzt dort vorrangig organisatorische Aufgaben erwarteten. „Nie gab es Zweifel an seiner Qualifikation.“ Auch bei den späteren Tätigkeiten „konnte nicht festgestellt werden, dass er einen Fehler gemacht hat“.

Der Schwindel ist 2015 aufgeflogen, als der Angeklagte einen neuen Ärzteausweis beantragte. Mit einer gefälschten Urkunde hatte er sich einen zweiten Vornamen eintragen lassen wollen. Vor acht Monaten wurde der Vater einer kleinen Tochter verhaftet.

Vor Gericht hatte er umfassend gestanden und erklärt, er habe „immer nur Menschen helfen wollen“. Die Richter sahen aber eigennützige Ziele wie Selbstaufwertung. Der Mann bleibt unter Auflagen bis zur Rechtskraft des Urteils auf freiem Fuß.

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09.08.2016, 06:00 Uhr
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