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Dieselskandal

Experten empfehlen Umrüstung

Bundesweit fünf Millionen Fahrzeuge für jeweils 1000 bis 3000 Euro nachzurüsten: Wer soll das bezahlen?

17.02.2018

Von DOROTHEE TOREBKO

Berlin. Diesel-Autos sind giftig. Und sie sind für den Großteil der Stickstoff-Abgase verantwortlich. Eine Umrüstung ist nicht nur eine von vielen Möglichkeiten. Sie ist – nach einem Expertenpapier, das der SÜDWEST PRESSE vorliegt – die beste Option.

Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe, Mitglied der Expertengruppe, die jetzt ihren Vorschlag vorgelegt hat, verweist darauf, dass die Kommission steuerlich finanzierte Nachrüstungen nicht empfohlen hätte. Er spricht davon, dass es innerhalb der Gruppe keinen Konsens gäbe.

Dennoch ist im Bericht zu lesen, dass Kosten auf den Steuerzahler zukommen könnten. Zugleich nehmen die Experten die Autohersteller aber nicht gänzlich aus der Verantwortung. Dort heißt es, dass das Ziel eines möglichst großen Anteils nachgerüsteter Fahrzeuge dadurch verfolgt werden könne, dass die Kosten durch eine externe Förderung abgedeckt werden. „Eine solche Förderung könnte sich neben öffentlichen Mitteln auch aus finanziellen Beiträgen der Automobilhersteller speisen.“

Entscheidung fällt in der nächsten Woche

Bleibt nun also der Steuerzahler auf den Kosten für mögliche Nachrüstungen sitzen? Umweltverbände wie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sagen: Das darf nicht sein. „Wir erwarten, dass CDU, CSU und SPD eine Beteiligung der Steuerzahler an den Kosten deutlich zurückweisen. Alles andere käme einer Kapitulation der Politik vor der Autoindustrie gleich“, fordert der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen.

Die Autoindustrie jedoch sträubt sich gegen die Nachrüstung. Bundesweit wären davon 5 Mio. Fahrzeuge betroffen. Hardware-Nachrüstungen seien aufwändig, meint der Verband der Automobilindustrie (VDA). Und teuer. Zwischen 1000 bis 3000 EUR können diese, wie es im Expertenbericht heißt, kosten. Lieber ist den Unternehmen daher eine Abwrackprämie, die sich aus Steuergeldern schöpft. Auch Auto-Länder wie Bayern mit BMW und Audi sowie Niedersachsen mit VW unterstützen diesen Vorschlag. Sie schlagen 2000 EUR pro Diesel-Auto als Prämie vor.

Eine Entscheidung, ob ein technischer Umbau notwendig ist, könnte am kommenden Donnerstag fallen. Dann urteilt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, ob Städte grundsätzlich Fahrverbote erlassen dürfen oder nicht. Dorothee Torebko

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Erstellt:
17. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2018, 06:00 Uhr

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