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Experten restaurieren das mutmaßliche Jesus-Grab in Jerusalem
Die Grabkapelle im Innern der Grabeskirche. Sie soll sich an der Stelle des Grabes Jesu befinden. Foto: dpa
Künftig sogar erdbebensicher

Experten restaurieren das mutmaßliche Jesus-Grab in Jerusalem

Jesu Tod und Auferstehung ist das zentrale Mysterium des Christentums. Doch sein mutmaßliches Grab zerfiel. Nun hat die Rettung begonnen.

05.08.2016
  • STEFANIE JÄRKEL, DPA

Jerusalem. Antonia Moropoulou setzt bei ihrer Arbeit auf Infrarotkameras, Laserscanner und Radar. Aber ihr geht es nicht nur um Daten und Fakten. „Ich bin eine Erneuererin und eine Gläubige“, sagt sie und lächelt. Die Chemieingenieurin ist verantwortlich für die Restaurierung des Ortes, an dem Jesus beerdigt worden und wieder auferstanden sein soll – die Grabkapelle in der Jerusalemer Grabeskirche. Ein Millionenprojekt am Ende eines jahrzehntelangen Streits. Die Steine der Grabkapelle, die 1810 nach einem Feuer wieder aufgebaut worden war, waren schon lange feucht und porös. Bereits 1947 hatten die damals verantwortlichen Briten den Bau mit Stahlträgern abgestützt. Pilger zündeten allerdings Kerzen auf den Trägern an, die Hitze der Flammen beschädigte die Kapelle zusätzlich. Die Steine bekamen Risse. Der Bau verzog sich.

Doch die zuständigen Kirchen konnten sich über die Renovierung nicht einigen. Die verschachtelte Grabeskirche ist streng aufgeteilt unter den einzelnen Glaubensgemeinschaften. Die griechisch-orthodoxe, die armenisch-orthodoxe und die römisch-katholische Kirche haben etwa das Recht, Messen in der Grabkapelle abzuhalten – die Kopten, die Syrer und die Äthiopier nicht. Die Rivalitäten führten in der Vergangenheit bis hin zu Handgreiflichkeiten. 2008 prügelten sich armenische undgriechische Glaubensbrüder in der Kirche.

Im Februar 2015 schloss allerdings die israelische Polizei die Grabkapelle für vier Stunden und verwies auf Sicherheitsprobleme. Ein Gutachten von Experten der Technischen Universität in Athen stellte anschließend fest: Es muss etwas passieren – jetzt.

Drei Millionen Euro soll die zehn Monate dauernde Restaurierung kosten. Ende März sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Je ein Drittel zahlen die Kirchen, knapp 130 000 Euro hat Jordaniens König Abdullah II. gegeben. Jordanien hatte bis 1967 die Jerusalemer Altstadt kontrolliert und ist noch heute zuständig für die Kontrolle des Tempelberges.Tagsüber wechseln sich Orgelspiel und Gesänge in der Kirche ab. Während am Abend noch Besucher an der Grabkapelle anstehen, beginnen schon die Arbeiter zu messen, zu hämmern und zu sägen. Mehr als 50 Menschen sind an dem kleinen Bau mit der Kuppel tätig, die meisten davon Wissenschaftler, Restauratoren, Archäologen und Ingenieure aus Athen.

Sie versuchen, bereits von außen so viele Informationen über den Bau im Stahlkorsett zu sammeln wie möglich. Eine Infrarotkamera mit Thermometer zeigt feuchte Stellen an. Ein Endoskop macht sichtbar, wo der historische Fels in dem Bau anfängt. Mit einem Laserscanner wurden dreidimensionale Bilder für den Computer erzeugt. Eine Drohne wartet noch auf ihren Einsatz für Einblicke von oben. Die Arbeiter wollen poröse Steine ersetzen, eine Wand komplett austauschen, Risse im Fels mit besonderem Mörtel ausspritzen, Marmorplatten mit Metallstiften fixieren. Das Grab soll künftig auch erdbebensicher sein.

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05.08.2016, 06:00 Uhr
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