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Experten gaben Auskunft zu Schwangerschaft und Geburt
Aufregende Zeiten: Wann wird es soweit sein, und wie wird die Geburt verlaufen? Foto: Andrea Warnecke/dpa
Dem Bauchgefühl vertrauen

Experten gaben Auskunft zu Schwangerschaft und Geburt

Wird mein Kind auf natürlichem Weg zur Welt kommen? Werde ich die Schmerzen aushalten? Hebammen und Geburtshelfer können Ängste nehmen.

25.11.2017
  • IRIS HUMPENÖDER

Ulm. Man kann sich das nicht erlesen. Es ist wichtig, als Schwangere mit anderen zu reden“, sagt Prof. Harald Abele, der stellvertretende Direktor des Departements Frauengesundheit am Uniklinikum Tübingen. Zum Reden über Schwangerschaft und Geburt gab es bei unserer Telefonaktion Gelegenheit. Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten. Die gaben neben Abele auch die Hebammen Claudia Gnannt (Ulm) und Helen Horvat (Tübingen) sowie der Leiter der Sektion Geburtshilfe an der Uni-Frauenklinik Ulm, Privatdozent Frank Reister.

Nach meinem ersten Kind hatte ich eine Gebärmuttersenkung. Jetzt bin ich wieder schwanger. Muss ich mir Sorgen machen?

Eine Gebärmuttersenkung wird durch eine nachfolgende Schwangerschaft nicht besser, muss aber nicht zwangsweise schlechter werden. Es gibt an den Uni-Frauenkliniken aber spezielle Beckenbodensprechstunden, die sie schon jetzt aufsuchen könnten, um sich individuelle Tipps zu holen, etwa Übungen, die sie in den Alltag einbauen können.

Ich habe vor kurzem entbunden. Mein Kind soll möglichst bald ein Geschwisterchen bekommen. Wie lange soll ich damit warten?

Aus medizinischer Sicht sollten mindestens drei Monate zwischen Geburt und erneuter Empfängnis liegen, besser wären sechs Monate.

Meine erste Geburt war ein Notkaiserschnitt. Für mich war das eine traumatische Erfahrung. Eigentlich möchte ich noch ein Kind, habe aber auch große Angst davor.

Es ist wichtig, dass Sie wieder Vertrauen aufbauen. In einer speziellen Hebammensprechstunde gibt es die Möglichkeit, solche Erlebnisse zu besprechen und Wünsche zu äußern, wie Sie sich eine weitere Geburt vorstellen. Da wird sozusagen die vergangene Geburt nach- und die künftige vorbereitet. Ist das Erlebnis sehr einschneidend gewesen, kann psychologische oder psychiatrische Hilfe angezeigt sein. Vielleicht kann Ihnen da Ihr Frauen- oder Hausarzt weiterhelfen.

Ich hatte bereits einen Kaiserschnitt. Kann ich mein zweites Kind auf natürlichem Weg bekommen?

Das Risiko für Komplikationen, dass zum Beispiel die Kaiserschnittnarbe reißt, liegt bei unter einem Prozent. Selbst nach zwei Kaiserschnitten ist eine natürliche Geburt möglich. Sie sollten dann aber in einem Zentrum entbinden, in dem dies im Vorfeld besprochen wird.

Ich habe eine TV-Sendung gesehen, in der es um selbstbestimmtes Gebären im Meer ging. Was halten Sie davon?

Eine Geburt wird heutzutage oft von vornherein als sehr gefährlich angesehen, was sie meistens gar nicht ist. Aber jede Geburt verläuft anders. Auch wenn vorab eine noch so gewissenhafte Risikoabwägung stattfindet, kann etwas Unvorhergesehenes passieren, welches für die Gesundheit von Mutter und Kind beherrscht werden will. Der tiefe innere Wunsch der Gebärenden nach einer elementaren Erfahrung in der Natur schützt weder Mutter noch das Kind vor solch einem Ereignis. Wir raten daher von einer selbstbestimmten Entbindung an einem abgelegenen Ort ab.

Ich habe Multiple Sklerose und bin seit kurzem schwanger. Kann ich mein Kind auf natürlichem Weg bekommen?

In der Regel ja. Es kommt aber auch auf ihre individuelle Konstitution an. Wie viel Kraft können Sie beispielsweise zum Pressen aufbringen? Welche Schmerzmittel können Sie bekommen? Das sollten Sie rechtzeitig in der Hebammensprechstunde abklären.

Beeinflusst meine Schwangerschaft die Multiple Sklerose?

Es kann sein, dass Sie während der Schwangerschaft durch die Hormonumstellung geschützt sind, dann aber vielleicht im Wochenbett einen Schub bekommen. Das lässt sich schwer vorhersagen. Wir arbeiten aber mit den Neurologen zusammen, die dann manchmal auch zu einer prophylaktischen Medikation raten.

Was muss ich in der Schwangerschaft beachten – darf ich Sport treiben, meine Haare färben, in die Sauna gehen?

Schwanger zu sein bedeutet nicht, krank zu sein. Wenn Sie Saunagänge gewohnt sind, schwitzen Sie ruhig weiter, vielleicht nicht auf der höchsten Stufe. Die Finnen, bekanntlich eifrige Saunagänger, haben sogar eine geringere Frühgeburtenrate als wir. Dasselbe gilt für Sex, Sport, Haarefärben: alles, aber in Maßen. Nur Rauchen und Alkohol sind tabu.

Wie finde ich eine Hebamme?

Das ist derzeit gar nicht so einfach, weil es nicht genügend Hebammen gibt. Fangen Sie rechtzeitig mit der Suche an, indem Sie Ihren Frauenarzt nach Adressen fragen oder im Internet nach einer Liste von Hebammen in Ihrer Umgebung suchen. Die müssen Sie dann durchtelefonieren.

Ich bin in der 12. Schwangerschaftswoche und hatte nach Brustkrebs eine Chemo und Bestrahlung. Kann mein Kind dadurch behindert sein?

Eine Fehlbildung Ihres Kindes aufgrund der Chemotherapie und Bestrahlung ist nicht zu erwarten. Ihre Schwangerschaft ist hierfür ein gutes Zeichen. Sie sollten Ihre Bedenken unbedingt mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin besprechen. Er oder sie kann Ihnen diagnostische Möglichkeiten vorschlagen, die Ihnen eine normale Entwicklung Ihres Kindes im Mutterleib zeigen.

Ich bin 39 Jahre alt und habe Angst vor einer Fruchtwasserpunktion. Muss die sein?

Man macht heute in der 13. Schwangerschaftswoche ein Ersttrimesterscreening mit Nackenfaltenmessung. Per Ultraschall schaut der Arzt, ob das Kind gesund ist. Ein Down-Syndrom lässt sich so mit 95-prozentiger Sicherheit ausschließen. Zusätzlich ist ein Bluttest der Mutter möglich. Beides sind Selbstzahlerleistungen. Nur wenn es Auffälligkeiten im Ultraschall gibt, entnimmt man möglicherweise Fruchtwasser aus der Gebärmutter.

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25.11.2017, 06:00 Uhr
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